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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Spurensuche in der Nacht

28.07.2017

Oldenburg Es war kurz nach 18 Uhr, als die Schüsse fielen: In einem Firmengebäude an der Nadorster Straße hatte offenbar ein 38-Jähriger aus noch ungeklärten Gründen das Feuer auf zwei Männer eröffnet. Ein 65-Jähriger verstarb am Tatort, ein 60-jähriger Deutscher mit türkischen Wurzeln musste schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden. Lebensgefahr bestünde aber nicht, heißt es.

Der festgenommene Tatverdächtige soll am Freitag dem Richter vorgeführt werden. Geprüft werden solle, ob ein Haftbefehl erlassen werden könne, sagte ein Polizeisprecher am Morgen.

Wenige Stunden später bestätigte Polizeisprecher Stephan Klatte: „Wir gehen davon aus, dass diese Tat mit dem Verschwinden des Rezan Cakici in Zusammenhang steht. Inwiefern, das heißt es in den nächsten Stunden aufzuklären.“

Cakici – ein 29-jähriger Deutsch-Kurde, ehemaliges Mitglied der türkischen Hells Angels „Nomads Turkey Bielefeld“ und mit dubiosen geschäftlichen Verbindungen nach Oldenburg – wurde zuletzt am 3. Juli in Nadorst gesehen. Dass sein Verschwinden mit dem wohl unfreiwilligen Ausstieg bei den Rockern zusammenhängt, ist durchaus möglich. Er wurde seinerzeit für „vogelfrei“ erklärt – was im Milieu einem Todesurteil gleichkommt.

VIDEO: Rezan Cakici erklärt seinen Hells-Angels-Rauswurf mit allerhand Kraftausdrücken

Die Schüsse am Donnerstagabend fielen indes in einer Firma, die mit dem Vermissten in Zusammenhang gebracht werden kann. Die beiden Opfer sind miteinander verwandt. Nach NWZ-Informationen handelt es sich bei dem Toten um den Onkel Cakicis. Schwerverletzt ist anscheinend der Vater des 29-jährigen Vermissten.

Der 38-jährige Verdächtige indes, ein türkischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Oldenburg, konnte noch am Tatort festgenommen werden und wurde bis in die späten Abendstunden verhört.

Ein Zeuge hatte gegen 18.10 Uhr die Polizei informiert. Die teils schwer bewaffneten Einsatzkräfte hatten nach der Festnahme des Tatverdächtigen den Bereich großräumig gesperrt, das Gelände auch mit Hunden gesichert. Notärzte und Rettungssanitäter waren gleich vor Ort – konnten trotz aller Bemühungen aber nur den Tod des 65-Jährigen feststellen.

Während die Ermittler hinter den blau verhangenen Scheiben des Ladenlokals die Spuren sicherten, mussten vor dem Gebäude zahlreiche Menschen – darunter Bekannte und Verwandte der Opfer, damit offenbar auch des Vermissten – beruhigt werden. Eine Verbindung der Tat ins Rockermilieu ist sehr wahrscheinlich. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.

Die Nadorster Straße wurde in Richtung Norden ab Getrudenspinne gesperrt. Uneinsichtig zeigten sich trotz der eindeutig schweren Lage Fußgänger und Radfahrer: Sie wollten die Stelle trotz Sperrung passieren und beleidigten sogar die Einsatzkräfte.

In der Nacht wurden zwei Fahrzeuge, die vor dem Gebäude abgestellt waren, zur weiteren Untersuchung sichergestellt. Sie sind ebenso Teil der Ermittlungen wie die lang andauernde Spurensuche vor Ort.

Marc Geschonke
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2107

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