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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Nach dem Sturm bleibt nur die Hoffnung

02.04.2019

Oldenburg /Simbabwe Am 15. März zog ein Zyklon über Südostafrika, „Idai“ verwüstete weite Teile der Länder Mosambik, Malawi und Simbabwe. Heftige Regenfälle setzten im Anschluss an den Tropensturm ganze Regionen unter Wasser. Die Folgen: zerstörte Häuser, überschwemmte Straßen, kaputte Brücken, kein Trinkwasser, erste Fälle von Cholera. Die Not der Menschen in den betroffenen Gebieten ist nach der Naturkatastrophe groß.

Drei, die ganz genau über die Situation vor Ort berichten können, sind die in Oldenburg lebenden Simbabwer Mack Chademana, Anna Mutandi und Macdonald Chibika. Nach Deutschland gekommen sind sie, weil sie in ihrer Heimat politisch verfolgt wurden. In Simbabwe wurde von „Idai“ vor allem die im Westen gelegene Region Chimanimani getroffen. Informationen aus diesem Krisengebiet erhalten sie aus erster Hand – allerdings mit großen Hürden.

Die Regierung unter Präsident Emmerson Mnangagwa sei skrupellos. Er sei schlimmer als Robert Mugabe, der das Land zuvor jahrelang als Diktator beherrschte. Die Regierung versuche, sagt Chademana, den Simbabwern den Zugang zum Internet zu verwehren, damit sie keine Fotos und Videos aus den Katastrophengebieten versenden, nicht mit ihren Verwandten im Ausland kommunizieren können. Auch habe die Regierung die Bevölkerung nicht vor dem Zyklon gewarnt, obwohl die Gefahr schon Tage vorher bekannt gewesen sei. Stattdessen habe sich der Präsident in Abu Dhabi aufgehalten, „zum Golfspielen“, sagt Chademana, „er wusste, was passieren würde.“ Und kam erst Tage nach der Katastrophe zurück. Hilfsangebote, etwa aus Südafrika, lehne er ab, erzählt Anna Mutandi.

Vielen Menschen wurde durch den Tropensturm die Lebensgrundlage genommen, sagt sie. Die Situation sei so verheerend, sie finde gar keine Worte mehr dafür. Mutandi berichtet von Kindern, die plötzlich auf sich allein gestellt seien, sich um ihre jüngeren Geschwister kümmern müssten, weil sie von ihren Eltern getrennt wurden oder diese ums Leben gekommen seien. „Die Lage in Chimanimani hat sich dramatisch verschlechtert. Und sie war davor schon schlecht. Die Menschen schlafen auf offener Straße, teilen ihr Essen mit Tieren,“, erzählt sie. Unbestätigten Berichten zufolge prostituierten sich bereits Kinder – als Gegenleistung für Nahrung oder Feuerholz.

„Wir fühlen uns von der Weltgemeinschaft im Stich gelassen. Aber wenn wir nichts mehr haben, geben wir eines nicht auf: die Hoffnung. So sind die Mensch in Afrika“, sagt Anna Mutandi. Die drei appellieren deshalb an die deutsche, an die Oldenburger Bevölkerung, die Menschen in Südostafrika zu unterstützen.

Das UN-Ernährungsprogramm WFP hat bereits zu Spenden für das Krisengebiet aufgerufen. Die drei Oldenburger Simbabwer haben allerdings große Bedenken: Zum einen, weil Spenden für die akuten Mängel an Nahrungsmitteln, Unterkünften und medizinische Versorgung nicht ausreichen: „Die ganze Infrastruktur ist zerstört“, sagt Mack Chademana. Zum anderen weisen die drei, die im Oldenburger Förderverein internationales Fluchtmuseum engagiert sind, darauf hin, dass die korrupte Regierungspartei ZANU-PF Hilfsgüter von UN und Unicef stehle, anstatt sie den Menschen in Not zu geben. Und diese sei so groß, dass selbst die Armee, die eigentlich auf der Seite der Regierung stehe, sich widersetzte, um Menschen aus ihren zerstörten Häusern zu retten.

Stattdessen solle man an die kirchlichen Nichtregierungsorganisationen Caritas und Diakonie spenden, da sie durch ihre Unabhängigkeit von der Regierung „sicher“ seien. „Diese sind in Simbabwe vor Ort und deren Hilfe geht dorthin, wo sie gebraucht wird: zu den Menschen in Not“, sagt Mack Chademana.

„Grundsätzlich gesprochen: Wir sind in einer schwierigen Situation. Und wir brauchen Hilfe“, betont Macdonald Chibika. Mit „wir“ spricht er für seine simbabwischen Landsleute.

Grafik als PDF.

Nathalie Meng Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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