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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Prozess um Nadorster Todesschüsse beginnt

03.01.2018

Oldenburg In der kommenden Woche werden die Sicherheitsvorkehrungen am Landgericht erneut verstärkt – am Freitag, 12. Januar, beginnt der Prozess um die tödlichen Schüsse in einem Nadorster Ladenlokal Ende Juli 2017. „Nach einem Gespräch zwischen allen Sicherheitsbehörden ist so entschieden worden“, sagte Gerichtssprecher Michael Herrmann.

Zehn Verhandlungstage sind für den Prozess vorerst angesetzt. Und mindestens der erste wird dann ähnlich der Verhandlungen Ende 2017 um den Messerstecher in der Oldenburger Innenstadt (Urteil: Lebenslängliche Haft) von mehr Sicherheitskräften als üblich begleitet werden, auch Einlasskontrollen stehen wieder an. Offenbar wollen die Behörden potenziellen Unruhestiftern gleich entsprechende Signale geben, dass diese Verhandlung kein Beteiligungsprozess sein wird.

Richter Sebastian Bührmann machte dies zuletzt mit aller Vehemenz deutlich: „Wir haben mehrfach Wortbeiträge von Verfahrensbeteiligten und Zuhörern erlebt“, sagte er in obigem Verfahren, „es ist gut, dass die Öffentlichkeit an einem Prozess teilnehmen und sehen kann, wie hier versucht wird, zu einem gerechten Urteil zu kommen – aber diese Freiheitsrechte können auch missbraucht werden.“ Es sei wichtig und an der Zeit, klarzustellen, dass „dies keine Einladung“ zu Respektlosigkeiten sei, sondern „ein hohes Gut, das wir einhalten.“

Noch ist unklar, wie viele Zuhörer und mit welchem Ansinnen den Prozess gegen den 38-jährigen Tatverdächtigen – einem türkischen Staatsbürger mit Wohnsitz Oldenburg – verfolgen werden. Klar ist aber, dass die Familie Cakici großes Interesse am Verlauf haben wird. Ein 65-jähriger Angehöriger wurde bei besagter Auseinandersetzung am 27. Juli in den Räumen des Trockenbau-Geschäfts niedergeschossen, ein 60-jähriger Familienvater überdies schwer verletzt. Der Tatverdächtige hatte sich indes vor Ort widerstandslos festnehmen lassen.

Der Name Cakici war im zurückliegenden Jahr allerdings noch aus einem weiteren Grund in die Schlagzeilen geraten – Rezan, 29-jähriger Sohn des Schwerverletzten und Neffe des Getöteten, verschwand rund vier Wochen zuvor spurlos aus Oldenburg. Dem Ex-Hells Angel werden erhebliche Geschäftstätigkeiten im kriminellen Milieu nachgesagt.

Die Ermittler der Soko „Kings“ sehen zumindest offiziell keine Verbindung in die Rockerkriminalität, erklären ihre Arbeit zu Rezan nach wie vor als Vermisstensuche und die Ermittlungsarbeit in Sachen Todesschüssen als abgeschlossen. Auch eine Handgranate, die einige Wochen später unter dem Fahrzeug von Rezans Vater explodierte (Sachschaden), könnte auf einen etwaigen Zusammenhang zwischen Vermisstenfall und Todesschüssen hindeuten. Vielleicht bringt die Gerichtsverhandlung ja etwas Licht ins Mysterium.

Dass Rezan Cakici vor einigen Tagen wieder in Düsseldorf aufgetaucht sein soll, nachdem er sechs Monate „zum eigenen Schutze“ untergetaucht war – wie es in einem Facebook-Kommentar verlautete –, dementierte die Polizei am Dienstag auf NWZ-Anfrage deutlich.


Chronologie der Ereignisse:   bit.ly/nwz-rezan 
Marc Geschonke
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2107

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