• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

So fegte „Xavier“ durch Oldenburg

06.10.2017

Oldenburg „Joah, wir hatten wohl ganz gut zu tun“ ist die feuerwehrmännische Variante vom norddeutschen „’n büschen Wind“ , wenn ein Orkan durch die Stadt zieht. Soll heißen: Tief „Xavier“ hinterließ am Donnerstagmittag in Oldenburg reichlich Spuren, die wiederum die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr zu beseitigen hatten. Ein einziges Geben und Nehmen. Was unterm Strich vom Unwetter bleibt: reichlich Grünabfall, einige mehr oder minder schwere Versicherungsschäden – und glücklicherweise keine Folgen für Oldenburger Leib oder Leben.

Mehr als 110 Feuerwehrleute, aber auch 20 THW-Mitarbeiter und Kräfte des Grünflächenamtes, hatten ab 12 Uhr ihre herausforderndste Sturm- und Drang-Zeit. Zeitgleich mussten über 30 Einsätze an allen Ecken der Stadt gefahren werden, über 200 waren es insgesamt. Und als Xavier schließlich gegen 14 Uhr seine Lust am Wüten endgültig verloren hatte, waren gerade einmal zwei Drittel aller Hinterbliebenschaften abgeräumt.

Polizei, Berufs- und Freiwillige Feuerwehren arbeiteten da draußen bis zum Abend quasi Hand in Hand und Kettensäge neben Kettensäge – während im Innern die Führung aufgestockt worden war, um die Leitstelle in der umfangreichen Akut-Koordinierung zu unterstützen.

Xavier hatte in seiner Hochphase massenhaft Bäume entwurzelt – die großen dicken wie die kleinen dünnen. Hatte mit ihnen Dächer abgeräumt, sie wie beispielsweise in Krusenbusch gleich ins Haus fallen lassen, Autos unter massivem Holz- wie Laubwerk begraben und sich dann genauso schnell aus dem Staub gemacht, wie er gekommen war.

Auf dem Bahnhofsgelände staute es sich, drinnen wie draußen – weil Deutsche und Nordwestbahn den Zugverkehr weithin eingestellt hatten, was der ein oder andere Bahnreisende nicht unbedingt verstehen konnte. Die Gründe dafür aber lagen auf den Gleisen. Und das im wahrsten Sinne. Abgeknickte Bäume und abgerissene Äste waren in die Oberleitungen geweht oder hatten sich quer auf die Strecke gelegt. Das machte einen regulären und gesicherten Bahnverkehr nahezu unmöglich.

Für die Einsatzkräfte mögen die weitläufigen Bahnstrecken zwischenzeitlich eher eine geringere Priorität gehabt haben. Zu groß waren die Probleme im eng bebauten Stadtgebiet. Notrufe und Unterstützungswünsche gingen im Minutentakt ein, darunter auch die Meldung, Menschen seien von einem Baum in ihrem Auto eingeklemmt worden. Das stellte sich als unwahr heraus, sorgte aber dennoch für Aufregung.

An der Haareneschstraße, am Schramperweg, Schmälkamp, Hochheider Weg und noch vielen weiteren Straßen mussten Räumhilfen geleistet und gefährliche Situationen gelöst werden. Dass da der ein oder andere Anrufer nicht sogleich zufriedenstellend bedient werden konnte – wie hier und da durchaus mal vorwurfsvoll angemerkt wurde – blieb eine Randnotiz.

Eine andere war die Verschiebung der Kramermarkt-Öffnungszeiten um zwei Stunden. „Aus Sicherheitsgründen“, hatte es da geheißen, wurden Fahrgeschäfte kurzfristig zurückgebaut. Es sollte angesichts der Schadensmeldungen hier und erst recht umzu die richtige Entscheidung gewesen sein, mit frisch montierten Deko-Elementen erst ab 16 Uhr ins Vergnügen zu starten. „Wir haben dann gemeinschaftlich noch etwas durchgefegt und umgekippte Vasen aufgestellt – dann war alles wieder gut“, so Michael Hempen vom Schausteller-Verband. Kleinere Problemfelder schlossen sich dennoch an: Ein Teil der ausgewiesenen Stellflächen für den Kramermarkt ist nun extrem aufgeweicht und steht nicht zur Verfügung. Aus gleichen Gründen wurden auch am Donnerstag alle städtischen Sportplätze gesperrt.

Und die Feuerwehr warnt: Auch heute kann noch Geäst herabstürzen. Obacht is also geboten.

Weitere Nachrichten:

Polizei | Feuerwehr | THW | NordWestBahn | Kramermarkt