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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

So schnell ist das Weihnachtsgeld verschwunden

01.12.2017

Oldenburg Es gibt den Geldwechsel-Trick. Den Rempel-Trick. Das Drängeln, Beschmutzen, Betteln, sogar das hilfsbereite Taschentragen und nicht zuletzt den Blumen-Ansteck-Trick. Wer so etwas macht, der will in der Hauptsache nur eines: ihr Bestes. Das Weihnachtsgeld.

Tipps zum Schutz vor TAschendieben

Trennung: Verteilen Sie Ihre Wertgegenstände, Geld und Kreditkarten in mehreren Taschen und tragen diese eng am Körper, wenn möglich. Im Rucksack sollten Sie jedoch keine Wertsachen aufbewahren.

Blickdicht: Gewähren Sie keine Einblicke in Ihre Geldbörse – und achten Sie auch darauf, dass an Geldautomaten niemand die Eingabe Ihrer PIN-Nummer sehen kann.

Nichts zurücklassen: In Glühweinbuden oder Gaststätten sollten Sie trotz höchstwahrscheinlich vertrauenserweckender Betreiber und Gäste keine Geldbörsen und Handys in der aufgehängten Jacke belassen. Böse Buben mit schnellen Händen gibt’s überall. Auch Reisegepäck sollte deshalb nicht unbeaufsichtigt bleiben.

Skeptisch bleiben: Vorsicht ist allemal geboten, wenn Ihnen beim Einstieg in Bus oder Zug allzu aufdringlich Hilfe angeboten wird oder gänzlich unbekannte Menschen Sie plötzlich umarmen wollen. Bleiben Sie aufmerksam!

Alle Jahre wieder lockt der Oldenburger Lambertimarkt nicht nur romantische Seelen ins Herz der Stadt, sondern auch böse Buben und Mädels. Kein Wunder, schließlich ist ein dichtes Menschengedränge für sie wie Weihnachten: Der ideale Ort, um halbwegs unbemerkt zuzuschlagen und ebenso schnell in der Masse unterzutauchen – daher suchen sie auch körperliche Nähe und verwickeln Weihnachtsmarktbesucher in Gespräche.

Oftmals arbeiten Täter auch in Gruppen – während der eine das Opfer ablenkt, macht der andere die Beute und gibt sie vielleicht noch an einen dritten weiter, der damit von dannen zieht. Das klingt nach einem vergleichsweise langen Zeitraum, in dem sich als Opfer noch reagieren lassen könnte. Tatsächlich haben die Täter alles einstudiert, kennen jeden ihrer Handgriffe – und auch die möglichen Reaktionen der Opfer – ganz genau.

Der Mensch im Allgemeinen und der Oldenburger im Speziellen ist halt schon sehr vertrauenswürdig. Das hatte auch ein groß angelegter Test der Polizei beim Lambertimarkt im vergangenen Jahr gezeigt, als Beamte in Zivil hier wie dort in offene Taschen und leger getragene Jacken griffen – sehr zur Verwunderung der jeweilig so „Bestohlenen“.

Wenn es doch zum Diebstahl kommt...

Lautstärke: Machen Sie andere Passanten laut auf den Dieb aufmerksam und fordern diese direkt zur Mithilfe auf.

Hinschauen: Prägen Sie sich besondere Tätermerkmale wie Kleidungsstücke ein.

Polizei: Rufen Sie die Polizei unter Tel. 110 (Rettungsdienst 112). Folgende Informationen sind für die Beamten wichtig: Wer meldet den Notfall? Was ist passiert? Wo ist der Vorfall geschehen? Wann ist es dazu gekommen?

Kartensperrung: Lassen Sie sämtliche Karten, wenn diese durch Diebstahl oder sonstigen Verlust abhandengekommen sind, sofort sperren. Das ist in den meisten Fällen möglich unter der zentralen Notruf-Nummer 116 116. Weitere Kartenherausgeber – die im Notfall verständigt werden sollten – können Sie so erreichen: Debitkarte (01805) 021021. Mastercard (0800) 8191040. VISA-Card (0800) 8118440. American Express (069) 97972000.

Denn noch immer, trotz dieser nachhaltig beeindruckenden Aktion und nach wie vor hoher Diebstahlquoten, scheinen viele Passanten sorglos. Vor allem die jüngeren, wie eine nicht ganz repräsentative Statistik und gefühlte Lage bei den Beamten zeigt. „Die älteren Marktbesucher scheinen vorsichtiger zu sein, klammern und schützen ihre Taschen deutlich sorgsamer“, wisse man nur zu gut.

Im Gegensatz zu ihnen bekundeten junge Marktbesucher in einer NWZ-Umfrage: „Ich werde sicher nicht beklaut“, „Bei mir gibt es nix zu holen“, „Ich weiß mich gut zu wehren“ und „Ich kenne die Tricks der Gauner“ – das waren Antworten von Gästen des Lambertimarktes, bevor die Beamten ein entsprechendes Exempel an ihnen statuierten. Und das als Nicht-Profi. Kaum auszudenken, wie „hauptberuflich“ tätige Taschendiebe da aus dem Vollen schöpfen könn(t)en. Wenn da nicht die Polizei wäre.

Auch in diesem Jahr hat sie ihr Personal im weihnachtlichen Trubel noch einmal aufgestockt. Unterstützung gibt’s an Wochenenden auch von Kollegen aus den Niederlanden – schließlich nutzen zahlreiche Holländer den schnellen Weg über die Grenze, um sich hier in Oldenburg vorweihnachtlich stimmen zu lassen.

Im Dezember 2016 hatte die NWZ für alle Leser ein Video zur Polizei-Aktion gegen Taschendiebstahl auf dem Lambertimarkt mit wertvollen Tipps und Hintergrundinfos zusammengestellt. Diese gelten natürlich noch immer.


  bit.ly/taschendiebeol 
Marc Geschonke
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2107

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