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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Große Betroffenheit nach tödlichem Unfall

24.01.2019

Oldenburg Auch einen Tag nach dem schrecklichen Unfall an der Einmündung Schützenhofstraße/Bremer Straße, bei dem eine 17 Jahre alte Jugendliche ums Leben gekommen war, herrscht in der Stadt große Betroffenheit.

Zu spüren ist das auch in Gesprächen mit der Polizei, die einen Gutachter zur Ermittlung der Unfallursache und des Hergangs eingeschaltet hat. Nähere Einzelheiten gibt die Polizei bis zur Auswertung der Ergebnisse nicht bekannt. Über den genauen Unfallhergang kann zurzeit nur spekuliert werden, sagte Polizeisprecher Stephan Klatte auf Nachfrage der NWZ.

Der beteiligte mit Kies beladene 40-Tonner, mit dem die Jugendliche zusammengestoßen war, wurde beschlagnahmt. Der 58 Jahre alte Fahrer aus Friesoythe war am Dienstag aus der Schützenhofstraße kommend nach rechts in die Bremer Straße abgebogen. Von dem Unfall bemerkte er eigenen Angaben zufolge nichts. Er wurde erst eine Stunde später in der Nähe eines Bauhofes im Landkreis Oldenburg von der Polizei ermittelt und angehalten.

Die Polizei wird nach Vorlage des Gutachtens gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung den Unfallhergang genau analysieren, kündigte Klatte ein. Polizeihauptkommissar Bernhard Stegemann, Verkehrsexperte bei der Polizeiinspektion Ammerland/Oldenburg-Stadt, sei mit der Stadtverwaltung in ständigem Kontakt. Ziel sei es, Unfallschwerpunkte durch bauliche Veränderungen oder Verkehrsvorschriften zu entschärfen.

Geholfen hat das allerdings im aktuellen Fall nicht. Nachdem vor fünf Jahren an selber Stelle ein 75 Jahre alter Mann bei einem ähnlichen Unfall ums Leben gekommen war, sind auf der Schützenhofstraße sogenannte rote Wartezonen für Radfahrer auf der Fahrbahn markiert worden. Ob die 17-Jährige dort oder an der Ampel gestanden hat, falle unter die Spekulationen, hieß es.

Auch unter den Berufskraftfahrern hat der Unfall vom Dienstag große Betroffenheit ausgelöst. „Was kann man besser machen, ist die große Frage, die alle bewegt“, sagte in einem Telefonat mit der NWZ Tino Haske, der mit seinem Laster Woche für Woche zwischen 2000 und 2500 Kilometer auf deutschen Autobahnen und Städten unterwegs ist, um Container zu transportieren.

Der 46 Jahre alte Berufskraftfahrer aus Großenkneten hatte sich via Facebook bei NWZonline gemeldet und dort vorgeschlagen, nach Vorbild der Städte Münster und Osnabrück an den Masten von Ampeln, Lampen oder Verkehrszeichen an Kreuzungen Spiegel zu montieren. In denen können die Lastwagenfahrer sehen, ob sich Personen neben ihrem Fahrzeug befinden. „Ich habe in und an meinem Laster sechs Spiegel montiert, einen toten Winkel gibt es trotzdem“, erklärte Haske weiter. Der sogenannte tote Winkel, in dem die Fahrer nicht sehen können, ob sich dort jemand neben ihrem Fahrzeug aufhält, reicht seinen Angaben zufolge von rechts vorn bis neben die Beifahrertür.

Video: Warum rechts abbiegen mit dem LKW so gefährlich ist

Auch der Ruf nach verpflichtenden Abbiege-Assistenten wird immer lauter. „Verdammt macht den Abbiege-Assistenten zur Pflicht, wie viele Menschen sollen noch sterben, weil sie nicht gesehen werden?“, heißt es in einem Facebook-Kommentar. „Ich verzichte erstmal grundsätzlich auf meine Vorfahrt, suche den Blickkontakt zum Lkw-Fahrer und warte am Straßenrand“, rät eine andere Kommentatorin.

An den flächendeckenden Einsatz der Abbiege-Assistenten, die zwischen 2500 und 3000 Euro kosten, glaubt Haske indes nicht. Die Technik hilft Kraftfahrern, Radfahrer oder Fußgänger direkt neben den Fahrzeugen zu erkennen – auch wenn sie sich im toten Winkel befinden. Das System warnt den Fahrer optisch und akustisch.

Yannik Duwe hielt eine Ansprache auf dem Julius-Mosen-Platz. Bild: Remmers

„Mit Fassungslosigkeit und Entsetzen“ reagierte auch Critical Mass Oldenburg auf den zweiten tödlichen Unfall an dieser Stelle. Für Mittwochabend, ab 18 Uhr, wurde eine Schweigeminute auf dem Julius-Mosen-Platz organisiert. Unterstützt wird die Aktion auch von „Unser Oldenburg“ und den „Oldenburger Skatern“, die sich gemeinsam bei den Mittwochstouren von Mai bis September für mehr Verkehrsraum für Fußgänger, Skater und Radfahrer sowie mehr Verkehrssicherheit einsetzen.

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
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