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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Opfer lernte Deutsch und galt als bestens integriert

07.11.2018

Oldenburg Die grauen Wohncontainer heben sich an diesem Montagmittag kaum vom tristen Novemberhimmel ab. Das schwere Zufahrtstor zur Kommunalen Gemeinschaftsunterkunft (KGU) für Asylbewerber im Pophankenweg ist verschlossen, ein Bauzaun mit Fahrradschloss verhindert den Zugang zum hinteren Hofteil der Unterkunft. Die Bewohner zieht an diesem Tag ohnehin nichts nach draußen.

Am anderen Ende des Hofs sperrt ein rot-weißes Flatterband den Fußweg ab, der von der Unterkunft zwischen THW-Gelände und Studentenwohnheim entlang in Richtung Artillerieweg führt.

Das Flatterband ist der letzte Hinweis auf die Tragödie, die sich hier vergangene Nacht abgespielt hat. Ein 28-jähriger Sudanese wurde hier am Sonntagabend getötet. Offenbar ein 25-jähriger Landsmann hatte nach einem Streit ein Messer gezogen und mehrfach zugestochen.

Eine Bewohnerin des benachbarten Studentenwohnheims erinnert sich: „Ich wohne mit dem Fenster direkt zur Unterkunft hin. Als ich die Blaulichter sah, dachte ich zuerst, es wäre wieder ein falscher Feueralarm bei uns im Haus.“ Doch die Einsatzfahrzeuge stehen auf dem Nachbargrundstück. Rettungskräfte ziehen einen Sichtschutz zum Fußweg auf, wo sie das Opfer vergeblich wiederzubeleben versuchen. „Als schließlich eine abgedeckte Trage verladen wurde, war mir klar, dass dort gerade jemand verstorben ist.“

Noch bis in die Nacht hinein untersuchte die Spurensicherung den Tatort. Offenbar mit Erfolg: Der mutmaßliche Täter wurde noch in derselben Nacht in einer Wohnung in Osternburg vorläufig festgenommen. Er ist kein Bewohner der KGU im Pophankenweg, sondern in der Gemeinde Edewecht als Asylbewerber gemeldet und bewohnt dort eine Unterkunft. Der 25-Jährige ist ebenfalls Sudanese, geboren in der Region, die heute den Staat Südsudan bildet. Ob und woher er das Opfer kannte und warum er im Pophankenweg war, versucht die Polizei noch herauszufinden.

Umso mehr ist bereits über das Opfer bekannt. Der 28-Jährige war im Juni aus dem Lager Friedland nach Oldenburg überwiesen worden. Seit knapp einem Jahr war er als Flüchtling anerkannt. Er besuchte Deutschkurse und war bestens integriert. „Der Mann wollte gerade aus der Unterkunft ausziehen“, erklärte Stadtsprecher Stephan Onnen. „Am Dienstag hätte er einen Besichtigungstermin für eine eigene Wohnung gehabt.“ Die Polizei Oldenburg ermittelt weiter zur Tat und den Hintergründen.

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