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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Tödlicher Streit in Unterkunft vor Gericht

02.05.2019

Oldenburg Ehrenmord oder Notwehraktion? Mit dieser Frage muss sich seit Dienstag die Oldenburger Schwurgerichtskammer des Landgerichts beschäftigen. Angeklagt wegen Mordes ist ein Flüchtling (25) aus dem Südsudan. Er soll am 4. November vorigen Jahres in der damaligen Gemeinschaftsunterkunft am Pophankenweg einen Flüchtling aus Eritrea mit einem langen Küchenmesser teil-skalpiert haben. Zuvor solle er das Messer bis zum Anschlag in den Oberkörper des Opfers gerammt und es dort mehrmals hin- und herbewegt haben. Das Opfer war am Tatort verstorben.

Die Staatsanwaltschaft geht von einem Ehrenmord aus. Das spätere Opfer soll die Familie des Angeklagten und dessen Mutter auf das Übelste beleidigt haben. Mit der Tat habe der Angeklagte die Ehre seiner Familie wieder herstellen wollen, so die Anklage.

Doch von einem vorsätzlichen Tötungsdelikt oder einen Ehrenmord will der Angeklagte nichts wissen. Am Dienstag hat er sich umfassend zu den Vorwürfen eingelassen. Nach seiner Version stellt sich das Geschehen ganz anders dar.

Er habe Geld (600 Euro) für seine Familie im Südsudan gespart gehabt. Der Mann aus Eritrea habe versucht, ihm das Geld abzunehmen. Er sei von diesem immer wieder geschlagen worden, auch auf offener Straße in der Innenstadt. Der Mann aus Eritrea habe ihn als „Sklave“ beschimpft. Bei der letzten Gewaltaktion sei er zu Boden gegangen. Dabei seien ihm die 600 Euro, Handy und Ausweispapiere aus der Tasche gefallen. Das alles habe der Angreifer an sich genommen und sei verschwunden, so der Angeklagte.

Der 25-Jährige wollte nach eigener Aussage seine Sachen zurück. Deswegen hatte er einen Tag nach dem Raub den Mann aus Eritrea aufgesucht, um diesen zur Rede zu stellen. Sofort sei er mit einer Eisenstange angegriffen und geschlagen worden. Der Angreifer habe auch ein Messer gezückt.

Das habe er aber dem Angreifer entreißen können. Der Angeklagte will dann minutenlang mit der Eisenstange gewürgt worden sein. Er habe den Boden mit seinen Händen abgetastet, um etwas zu finden, womit er sich hätte wehren können. Dabei habe er das Messer des Angreifers, das auf dem Boden gelegen habe, ergreifen und wahllos zustechen können, um dem Würgen ein Ende zu bereiten.

Das Opfer, das in der Gemeinde Edewecht registriert war und als integriert galt, war als Flüchtling anerkannt. Er hätte wenige Tage später eine Wohnung beziehen sollen.

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