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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Keine Ruhe für Mond-Gucker am Woldsee

31.07.2018

Oldenburg /Wehnen Überall in der Region suchten am vergangenen Freitag Menschen nach einem guten Platz, um den sogenannten Blutmond möglichst gut zu sehen. So auch Reimund Cremers. Am Woldsee erhofften sich er und viele andere Schaulustige eine gute Sicht und eine schöne Atmosphäre für das himmlische Schauspiel.

Mehr als 200 Menschen, so schätzt Cremers, warteten gegen 21 Uhr auf den Beginn der Mondfinsternis. Das Erlebnis sei ihnen allerdings gründlich vermiest worden. Gegen 21.15 Uhr sei ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes aufgetaucht und habe begonnen, die Gäste zu „vertreiben“. Begründet habe er das mit einem Schreiben der Gemeinde Bad Zwischenahn, laut dem das Gelände ab 21 Uhr zu sperren sei. „Das führte natürlich zu vielen Diskussionen mit den Gästen“, so Cremers. Schließlich habe der Mann die Polizei hinzugeholt.

Zwei Streifenwagenbesatzungen seien hinzugekommen und hätten die Besucher ebenfalls aufgefordert, den Bereich zu verlassen. Auch das sei aber kaum gelungen. „Um 23 Uhr verließ ich den See, am Eingangsbereich standen aber immer noch circa 100 Gäste, die wohl darauf warteten, dass die Polizei das Gelände wieder verlässt“, meint Cremers.

Karl-Heinz Wieting vom Ordnungsamt der Gemeinde Bad Zwischenahn bestätigte am Montag, dass die Gemeinde einen Sicherheitsdienst beauftragt habe. Der solle vor allem dafür sorgen, dass am See nicht gegrillt werde. Angesichts der Waldbrandgefahr müsse die Gemeinde jetzt besonders wachsam sein. Und tatsächlich müsse der Woldsee laut Benutzungsordnung abends verlassen werden – allerdings um 22 und nicht um 21 Uhr, so Wieting. Die Benutzungsordnung findet sich mit diesen Angaben auch an den Eingängen zum Woldsee.

Zumindest er habe an diesem Abend keinen einzigen Grill gesehen, entgegnet Cremers. Dafür viele Leute mit Kamera und Teleskop, die sichtlich kein anderes Ziel gehabt hätten, als die Mondfinsternis zu beobachten. Der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes sei übrigens immer freundlich geblieben, angesichts der großen Zahl an Besuchern aber eben auch völlig überfordert gewesen. Und viele der Besucher hätten die Aufforderung, das Gelände zu verlassen, schlicht nicht ernst genommen oder sogar für einen Scherz gehalten. Zudem habe er an keinem Abend davor oder danach einen Sicherheitsdienst am Woldsee gesehen. „Und ich bin jeden Abend da.“ Müll, zerbrochene Flaschen und Grills seien im übrigen immer nur vor und am Beginn der Sommerferien ein Problem am See. „Im Moment ist es dort abends ruhig und sauber“, so Cremers.

Die Polizei Bad Zwischenahn bestätigte, dass zwei Streifenwagenbesatzungen den Sicherheitsdienst in der Nacht zu Freitag unterstützt hätten. Straftaten oder Gründe für Anzeigen hätten nicht vorgelegen. Bereits früher am Freitagabend habe die Polizei zudem dafür sorgen müssen, dass ein Grill gelöscht wurde.

Bürgermeister Arno Schilling sagte am Montag, die Gemeinde müsse gerade bei der aktuellen Waldbrandgefahr natürlich sicherstellen, dass am Woldsee nicht gegrillt werde. Und für die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes sei es auch nicht einfach möglich, auf eigene Verantwortung und nur aufgrund der Mondfinsternis „ein Auge zuzudrücken“ und vor der existierenden Benutzungsordnung abzuweichen. Für den Kurpark in Bad Zwischenahn sei gerade damit begonnen worden, die Benutzungsordnung zu überarbeiten. „Das werden wir dann für den Woldsee ebenfalls machen und versuchen, eine Lösung zu finden, die solche Situationen berücksichtigt“, so Schilling.

Christian Quapp
Redakteur
Redaktion Bad Zwischenahn
Tel:
04403 9988 2630

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