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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Mann schlägt Freundin – Zeugen greifen beherzt ein

11.10.2018

Oldenburg Zu einem Streit mit weitreichenden Folgen war es in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (0.55 Uhr) an der Kreuzung Theaterwall/Gartenstraße gekommen – Zeugen hatten der Polizei von einer lautstarken Auseinandersetzung eines Pärchens berichtet. Auf dem Nachhauseweg sei ein 27-jähriger alkoholisierter Oldenburger derart aggressiv geworden, dass er seine zwei Jahre jüngere Freundin zunächst angeschrien, dann sogar geschubst und schließlich auch geschlagen und ihr an den Haaren gezogen hatte.

Keine Anzeige

Zwei Männer im Alter von 33 und 40 Jahren wurden zufällig Zeugen der Auseinandersetzung. Sie überwältigten den 27-Jährigen und fixierten ihn bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte auf dem Boden, heißt es im Bericht der Polizei. Der Beschuldigte wurde anschließend in eine Gewahrsamszelle gebracht, die Ermittlungen gegen den Mann zunächst aufgenommen. Allerdings soll nach Informationen der NWZ vom Opfer keine Anzeige gegen den Schläger erstattet worden sein.

Da es sich bei der Tag nicht um eine gefährliche Körperverletzung handelte, sondern nur um eine „einfache“, wie es im juristischen Jargon heißt, können die Strafverfolgungsbehörden hier wohl auch nicht weiter aktiv werden. Sie ist ein sogenanntes Privatklagedelikt, wird also nur auf Antrag weiter verfolgt. Unabhängig vom weiteren Verlauf hat sich Eckhard Wache, Leiter der hiesigen Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland, zur Zivilcourage der beiden Männer äußerst positiv geäußert: „Dieses beherzte und umsichtige Eingreifen der Helfer kann man nur loben“, sagte er auf NWZ-Anfrage, „Es tut gut zu sehen, dass es Menschen gibt, die in der Notlage Anderer solchen Mut aufbringen. Das ist leider nicht sehr oft der Fall – ein tolles Beispiel für Zivilcourage.“

Gewissen und Strafe

Wache, selbst Vorsitzender des Präventionsrates (PRO), betonte: „Wichtig ist, dass man als Zeuge einer solchen Gewalttat überhaupt einschreitet.“ Also laut um Hilfe ruft, andere Menschen und auch den Täter auf das Unrecht aufmerksam macht, die Polizei verständigt, sich mindestens aber um das Opfer kümmert. „Das müsste im Selbstverständnis eines Jeden liegen“, so Wache – „man sollte immer überlegen, ob man als Opfer nicht auch froh darüber wäre, wenn mir in dieser Situation jemand helfen würde“.

Nicht zuletzt: Sollte das Opfer schwere Schäden erleiden, weil der Zeuge nicht eingegriffen hat, könnte die „Unterlassene Hilfeleistung“ erhebliche Freiheits- und Geldstrafen nach sich ziehen. Vom schlechten Gewissen ganz zu schweigen ...

Wenn Sie Zeuge einer Straftat werden ...


Das ist zu tun

Die Grundsätze des Weißen Rings lauten: Hilf, ohne dich selbst in Gefahr zu bringen! Gehe mit positivem Beispiel voran! Solidarisiere dich mit anderen gegen Gewalt, stelle Öffentlichkeit her – gemeinsam kann mit kleinen Schritten Großes bewirkt werden!


Das ist möglich

Niemand muss sich selbst gefährden, sagt da auch Oldenburgs Polizeichef Eckhard Wache. Aber Hilfe rufen über die Nummer 110 und die Situation genau beobachten, sich die Personen und Gegebenheiten einprägen – das sollte möglich sein. Außerdem gilt im Falle des Einschreitens ein „Übermaßverbot“, sprich: Wenn man Nothilfe leistet, dabei aber „sehr übermäßig“ vorgeht (also trotz Wehrlosigkeit des Täters ihn weiter misshandelt), könnte dies negativ geahndet werden.


Hier gibt es Hilfe

Die Polizei kann nicht nur aktiv in Notlagen eingreifen, sondern auch entsprechend vermitteln, wenn grundsätzlich Hilfe benötigt werden sollte. Mögliche Ansprechpartner sind da:
Weißer Ring (Opferhilfeverein), Telefon  36164272
Stiftung Opferhilfe, Telefon  969712-10/-11/-12/-13
BISS – Beratung bei häuslicher Gewalt, Telefon  235-3798
 Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen , Telefon  08000-116 016
  Verein Konfliktschlichtung, Telefon  27293
OLIP (für in Beziehungen gewalttätige Männer, die lernen wollen, Konflikte gewaltfrei zu lösen), Telefon   36110851

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2107
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