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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Fahrradhelm-Urteil: Opfer darf auf vollen Schadenersatz hoffen

18.06.2014

Oldenburg Der Unfall am 8. August 2007 hätte Franz Klaas fast das Leben gekostet. Mit seinem Rennrad war der heute 51-jährige Oldenburger auf einer Landstraße im Raum Wiefelstede unterwegs, als er von einem unachtsamen Autofahrer bei der Vorbeifahrt berührt und zu Fall gebracht wurde. Er schlug hart mit dem Kopf auf die Fahrbahn. Im Krankenhaus diagnostizierten die Ärzte später ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Eine Woche lang lag der Patient im Koma. „Unter den Folgen des Unfalls leide ich noch immer“, berichtet der Ausbilder von Berufsschullehrern. So kann er beispielsweise nur noch in Teilzeit arbeiten.

Mitschuld vorgeworfen

In den vergangenen Jahren quälten den Oldenburger aber auch finanzielle Sorgen. Weil er bei dem unverschuldeten Unfall keinen Helm trug und nicht auf dem Radweg fuhr, weigert sich seine Versicherung, die Folgekosten komplett zu übernehmen. Die Versicherung sieht bei Klaas eine Mitschuld von 25 Prozent. Das dürfte sich nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) von diesem Dienstag erledigt haben. Danach haben Radfahrer bei unverschuldeten Unfällen auch dann einen vollen Anspruch auf Schadenersatz, wenn sie ohne Helm unterwegs waren (siehe Berichterstattung im Politikteil dieser Ausgabe). „Das ist eine tolle Nachricht. Ich bin gut zufrieden“, sagte Franz Klaas am Dienstagnachmittag, als ihn die NWZ  telefonisch über die BGH-Entscheidung informierte. Der 51-Jährige hatte den ganzen Tag auswärts bei einer ärztlichen Untersuchung verbracht und daher keine Zeit, Nachrichten zu hören. „Ich bin erleichtert über die Entscheidung, da den Versicherungen ein Schlupfloch gestopft wird“, sagte Klaas.

Zufrieden zeigte sich auch Andreas Genze. Der Oldenburger Fachanwalt für Verkehrsrecht betreut Klaas seit sieben Jahren. Für seinen Mandaten hat er ein Schmerzensgeld in Höhe eines knapp sechsstelligen Betrags und die Zahlung von Heil- und Behandlungskosten gefordert. Die Versicherung will aber nur 75 Prozent der Kosten übernehmen. „Was der BGH jetzt entschieden hat, bindet alle unteren Gerichte. Wir gehen davon aus, dass die Versicherung einlenkt und jetzt zu 100 Prozent reguliert“, so Genze. Bislang hat er die Versicherung noch nicht verklagt. Er habe die Entscheidung von Deutschlands höchstem Gericht abwarten wollen.

Für den Anwalt kam die gestrige Entscheidung der Karlsruher Richter nicht überraschend: „Da es keine gesetzlich vorgeschriebene Helmpflicht gibt, ist es nicht nachvollziehbar, dass Geschädigte nicht ihren vollen Schaden ersetzt bekommen sollen.“

Aufs Rad angewiesen

Franz Klaas fährt heute noch gerne Fahrrad. „Wegen der Unfallfolgen durfte ich drei Jahre lang gar kein Auto fahren Deshalb war ich aufs Fahrrad angewiesen“, erzählt er. Innerhalb des Stadtgebiets erledigt der passionierte Radler möglichst alle Fahrten mit seinem Tourenrad.

Im Gegensatz zu früher trägt er dabei heute immer Helm. Franz Klaas: „Weil ich zum einen Angst habe, dass mir wieder ein Unfall passiert. Zudem hatte ich Angst, dass die Versicherung nicht zahlt, wenn mir tatsächlich wieder etwas passiert.“

Der Blaulichtblog für den Nordwesten

Rainer Dehmer Oldenburg / Redaktion Oldenburg
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