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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

„Geschäftliche Streitigkeiten“ vermutet

29.07.2017

Oldenburg Bis tief in die Nacht wurde nach Spuren gesucht. Nach Details, die Hinweise auf die Verbindung von Täter und seinen beiden Opfern geben könnten – oder vielleicht ja sogar auf den Verbleib des seit dreieinhalb Wochen vermissten Deutsch-Kurden Rezan Cakici: Nach der Schießerei am Donnerstagabend in einem Firmengebäude an der Nadorster Straße – die wie berichtet ein 65-jähriges Todesopfer und einen Schwerverletzten (60), Onkel und Vater des Vermissten, forderte – ermittelt die Polizei auf Hochtouren nach den Hintergründen der Tat.

Ja, es gebe durchaus Verbindungen ins Rocker-Milieu, hatten die Behörden unlängst bestätigt. Aber nein, in diesem Fall sei der Verweis auf klassisch organisierte Kriminalität bloße Spekulation, so die Polizei am Freitag. Vielmehr vermuten die Ermittler „geschäftliche oder persönliche Streitigkeiten“. Es sei davon auszugehen, so Polizeisprecher Stephan Klatte, dass „der 38-jährige Tatverdächtige in den Tatorträumlichkeiten arbeitete“, wo ebenfalls der Cousin des verschwundenen Rezan Cakici beschäftigt war.

Mit drei Schüssen wurde der Onkel Cakicis gegen 18.10 Uhr getötet, sein Vater durch Schläge „im Verlauf einer Auseinandersetzung“ schwer verletzt. Um den 60-Jährigen, der außer Lebensgefahr sein soll, vor Freund und Feind zu schützen, riegelte die Polizei noch in der Nacht Teile des Krankenhauses ab, in dem das Opfer behandelt wird. Der Mann ist nach NWZ-Informationen ansprechbar und bereits befragt worden.

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Der am Donnerstagabend noch vor Ort festgenommene Tatverdächtige – ein 38-jähriger türkischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Oldenburg – wurde bereits in der Justizvollzugsanstalt an der Cloppenburger Straße inhaftiert. „Als die Einsatzkräfte am Tatort eintrafen, gab es keine Frage, wer der Täter gewesen sein könnte“, heißt es bei der Polizei. Der 38-Jährige habe sich widerstandslos abführen lassen. Vielleicht können dessen Vernehmungen ja bald zur weiteren Klärung der Bluttat beitragen.

Ein Racheakt? Eine Fehde? Sollte vielleicht gar ein Exempel für die Familie Cakicis statuiert werden? Die Polizei verweist nachdrücklich auf den möglichen finanziellen Hintergrund dieser Tat. Ob damit etwaige dubiose Geschäfte gemeint sein könnten oder tendenziell doch eher offizielle Zahlungen, ließ sie offen.

Derweil wurde die Spurensuche im Nadorster Ladenlokal mit Laser-, Foto- und Digitaltechnik von den Profis der Kriminaltechnischen Gruppe – die aus vielen Kollegen unterschiedlicher Polizei-Inspektionen zusammengestellt ist – fortgesetzt. Zwei Fahrzeuge, die vor dem Haus abgestellt waren, hatten die Ermittler schon am Abend zur weiteren Untersuchung abgeschleppt. Erst um 5.30 Uhr wurde die Nadorster Straße wieder für den laufenden Verkehr freigegeben.

Ermittelt wird im Übrigen über die Landesgrenzen hinweg. Auch die Kollegen aus Nordrhein-Westfalen sind nach NWZ-Informationen neben der Zentralen Kriminalinspektion (ZKI; für organisierte Kriminalität zuständig) involviert. Ein Grund dafür könnte sein, dass der Vermisste Rezan Cakici früher den türkischen Hells Angels „Nomads Turkey Bielefeld“ angehört, sich dann aber mit ihnen massiv überworfen hatte. Nach Cakici wird seit einer Woche auch öffentlich gefahndet – bislang ohne Erfolg.

Dass Oldenburg nun aber zu einem „immer gefährlicheren Pflaster“ würde, wie in Sozialen Medien behauptet wird, dass das Sicherheitsgefühl zunehmend verloren ginge, weist Stephan Klatte ab. „Auch hier handelte es sich wieder um eine Beziehungstat – Täter und Opfer kannten sich“, sagt er, „es gab keinen wahllosen Angriff, keine Gefährdung von Unbeteiligten.“

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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