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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Tagelang Bereitschaftsdienst bis um Mitternacht

12.07.2007

OLDENBURG Als am Nachmittag des 20. August 1981 Kripo-Sprecher Siegmund Janke darüber informiert, dass die Polizei die Leiche des vermissten vierjährigen Markus Kern am Bahndamm in Kreyenbrück gefunden hat, ist das nicht nur für uns in der Redaktion ein Schock, sondern weckt auch Erinnerungen an den Mordfall Ulf Prasse zwei Jahre zuvor.

Seinerzeit war nur wenige Tage nach der grausamen Ermordung des dreijährigen Ulf Prasse und seines 17-jährigen Kindermädchens Dagmar Pupka der 24-jährige Bernhard Müller aus Norden/Ostfriesland der Tat überführt worden. Zeugenaussagen von NWZ-Lesern hatten maßgeblich dafür gesorgt.

Auch beim Mordfall Markus Kern hofft die Kripo 1981 auf Zeugenaussagen. Je schneller diese vorliegen, desto größer ist die Aussicht auf Fahndungserfolg, weiß die Kripo aus langjährigen Erfahrungen. So ist es auch für die NWZ-Redaktion erneut selbstverständlich, die Polizei bei der Fahndung nach Markus Mörder(n) zu unterstützen. Die Chefredaktion lässt den Redaktionsschluss so weit wie möglich nach hinten schieben, um alle Möglichkeiten zur aktuellen Berichterstatung auszuschöpfen. Für mich heißt das in den nächsten Tagen Bereitschaftsdienst bis Mitternacht.

Und als die Kripo darum bittet, zeitnah ein Foto zu veröffentlichen, das Markus mit einem gelben Anorak bekleidet zeigt, legt auch NWZ-Grafiker Walter Rigbers eine Nachtschicht ein und sorgt maßgeblich dafür, dass die NWZ-Leser am nächsten Tag dieses Foto zu sehen bekommen und bei der Fahndung helfen können. Die Vorlage des farbig retuschierten Bildes war im Landeskriminalamt in Hannover hergestellt und eigens mit dem Hubschrauber nach Oldenburg geflogen worden.

Die Polizei-Technik war seinerzeit noch nicht sehr weit entwickelt und auch bei der NWZ war vor 26 Jahren die Veröffentlichung von Farbfotos keineswegs selbstverständlich. Weil Kripo-Sprecher Janke mich noch am Tag des Leichenfundes halbstündlich bis Mitternacht mit dem aktuellen Stand der Fahndung versorgt, erfahren die NWZ-Leser am nächsten Tag alles, was für die Mithilfe bei der Fahndung nötig ist.

Und es gibt unzählige Hinweise auf Tatverdächtige. Aus unserem täglichen Kontakt mit der Kripo hören wir aber auch zwischen den Zeilen keinen Hinweis auf eine wirklich heiße Spur. Bis labortechnische Untersuchungen den schon länger gehegten Verdacht der Polizei untermauern, dass die Mutter ihr Kind ermordet hat. Obwohl die Staatsanwaltschaft später wegen eines vermeintlichen Alibis keinen Tatverdacht sieht und Mutter und Stiefvater nicht verhaftet werden, wird die Kripo auch Jahre danach den Verdacht nicht los: Die Mutter war’s.

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