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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Vater Heiligabend heimtückisch ermordet

17.06.2017

Oldenburg Mit einem der wohl spektakulärsten Mordfälle der vergangenen Jahre beschäftigt sich seit Freitag die Oldenburger Schwurgerichtskammer. Auf der Anklagebank sitzt ein 49 Jahre alter Oldenburger. Er soll an Heiligabend 2016 seinen Vater in dessen Wohnung am Damm mit einer Überdosis K.o.- Tropfen heimtückisch und aus Habgier ermordet haben.

Ziel war die Wohnung des Vaters sowie dessen Rente. Dazu hatte der Angeklagte vorgetäuscht, dass sein Vater nach Süddeutschland verzogen sei. Die Leiche des 78-Jährigen war in Müllsäcke gesteckt, mit Stromkabeln verschnürt und in einem Kleiderschrank der Wohnung zunächst zwischengelagert worden. Sie sollte laut Anklage später in luftdichten Fässern entsorgt werden.

Kriminelle Vergangenheit

Der 49-Jährige, der bereits eine kriminelle Karriere hinter sich hat, wurde am Freitag in Fußfesseln aus der Haft vorgeführt. Die Handschellen waren an einem Bauchgurt befestigt. Zu den Vorwürfen schwieg der Mann. Einst war er Schließer in der Oldenburger Justizvollzugsanstalt. Doch er strebte nach Höherem und heiratete eine Medizinerin. Dann plünderte er deren Konto und die Konten der Kollegen seiner Frau. Vier Jahre saß er dafür im Gefängnis. Anfang 2016 wurde er entlassen. Weil befürchtet worden war, er könne seine Ex-Frau töten, wurde er rund um die Uhr observiert.

Sohn unterstützt

Nach der Haftentlassung hatte sich der Vater um den Angeklagten gekümmert und ihn finanziell unterstützt. Der Sohn wollte aber mehr: die Wohnung und die Rente des Vaters. Um vorzutäuschen, dass sich der Vater bester Gesundheit erfreut, hatte der Angeklagte auf dem Handy seines ermordeten Vaters entsprechende Nachrichten an Familienangehörige verschickt – vor allem an seine Nichte, also die Enkelin des Getöteten. Das Mädchen und ihr Opa waren ein Herz und eine Seele.

Anfang dieses Jahres war die Enkelin jedoch stutzig geworden und hatte sich ihrer Mutter anvertraut: „Der, der mir schreibt, ist nicht Opa.“ Auch die 41-Jährige hatte ihren ansonsten zuverlässigen Vater seit dem 24. Dezember nicht mehr gesehen und eine Vermisstenanzeige aufgegeben. Nun suchte sie seine Wohnung auf. Dort konnten auch brennende Räucherstäbchen den Verwesungsgeruch nicht übertünchen. Vor dem Kleiderschrank standen Bügelbrett und Staubsauger, im Schrank lag die Leiche.

Das aber ahnte die 41-Jährige nicht. Sie rief dennoch die Polizei. Die fand dann die Leiche. Am Freitag sagte die Frau, ihr Bruder sei nach der Haftentlassung nicht ganz normal gewesen. Er habe sich häufig als Pastor verkleidet.

Das Verfahren wird am 22. Juni fortgesetzt.

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