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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Polizeieinsatz In Oldenburg: Wilde Verfolgungsjagd durch die Stadt endet in Blumen

13.07.2017

Oldenburg „Feuer, Gerd, es brennt!“ So hatte seine Gattin ihm mitten in der Nacht um kurz nach 1 Uhr zugerufen, Cordes jun. wurde entsprechend unsanft aus Schlaf und Bett geschreckt. Der wiederum reagierte augenblicklich – nicht zuletzt dank der Szenerie würdigem Martinshorn und schriller Alarmanlage –, sprang auf und rannte in den noch bettwarmen Klamotten hinaus auf die Straße, wo es dröhnte und sirente. Nur nicht wirklich brannte. Die erste Erleichterung – schließlich ist hier an der Cloppenburger Straße das Blumenhaus der Familie beheimatet – wich aber recht schnell. Denn im so schmucken, floralen Gebäude steckte ein schwarzer Hyundai. Und in dem wiederum zwei Personen, die just von mehreren Polizisten eben da heraus gezogen wurden.

Mit Vollgas – ohne Licht

Fahrzeug und Insassen hatten kurze Zeit zuvor noch mitten auf der Nadorster Straße (in Höhe Kreyenstraße) gestanden. Mit ausgeschaltetem Licht – weswegen eine vorbeifahrende Polizeistreife aufmerksam geworden war. Als die Beamten wendeten, um den Fahrer zu kontrollieren, gab dieser Vollgas, raste in Richtung Stadtmitte und ignorierte dabei sämtliche Anhaltezeichen der Polizei. An der Auffahrt Nadorst zog es ihn auf die Autobahn in Richtung Bremen, wo er „seine Geschwindigkeit auf bis zu 180 km/h“ erhöhte, so wird die Polizei später mitteilen. Sie folgte ihm in knappem Abstand, forderte – unwissend der Gefahrenlage – unterwegs Unterstützung durch weitere Streifenwagen an.

An der Anschlussstelle Kreyenbrück verließ der Hyundai die Autobahn, bog Richtung Stadtmitte ab, fuhr weiter mit mehr als 100 km/h über die Cloppenburger Straße – „bis er in einer langgezogenen Rechtskurve die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor, mit einem am Fahrbahnrand geparkten Transporter kollidierte und letztlich vor einer Hauswand zum Stehen kam“, so heißt es im Polizeibericht. Dabei handelte es sich wiederum um den Lieferwagen Cordes’ – und um besagten Floristikbetrieb. Womit wir wieder bei Gerd Cordes wären. „Die Sirenen und den Knall hatte ich zunächst gar nicht gehört“, sagt er, „dabei liegt unser Schlafzimmerfenster Luftlinie zehn Meter zum Geschäft.“ Erst nach einigen Momenten und Erklärungen der Beamten habe er dann tatsächlich realisiert, was gerade geschehen sein musste: in der Front des Lieferwagen ein großes Loch, in Scheiben und Mauerwerk nicht minder, von Vasen, Deko und Schnittblumen ganz zu schweigen.

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Fassungslosigkeit

Fassungslosigkeit ob der Situation würde diese schon recht gut umschreiben, sagt er. „Man ist geschockt, aber auch gleichzeitig froh, dass niemand verletzt wurde. Trotzdem bleibt das Unverständnis, wie Menschen zu so etwas fähig sein können.“

Das ist eine Frage, die auch die Polizei noch intensiv beschäftigen wird. Denn die rasante Flucht und diverse Verkehrsvergehen sind das eine. Dass der 29-jährige Fahrer aus Bramsche keine gültige Fahrerlaubnis besitzt, das Fahrzeug keine amtliche Zulassung hat und überdies mit gestohlenen Kennzeichen ausstaffiert wurde, vermochte dieser in der Nacht nicht zu erklären. Zudem bestehe der Verdacht, „dass der 29-Jährige unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand“. Dass eine angeblich im Handschuhfach gefundene Pistole etwas damit zu tun haben soll, ist weder geklärt noch offiziell bestätigt.

Klar ist nur: Der Hyundai ist ein Totalschaden, der Lieferwagen nahe dran, die Hauswand wird umfangreich saniert werden müssen – und sowohl der Fahrer wie auch die 27-jährige Beifahrerin wurden leicht verletzt. Der finanzielle Schaden dürfte im mittleren fünfstelligen Bereich liegen. Mindestens. Wer den bezahlt? Ungeklärt.

Glück im Unglück aber für alle Beteiligten: Hätte der 29-Jährige den Stützpfeiler des Ladenlokals getroffen, wäre die Situation nun wohl eine gänzlich andere. Der zuvor gerammte Transporter könnte einen Teil der Aufprall-Energie abgefedert haben.

Für Cordes war die Nacht eine kurze. Erst um zwanzig nach vier sei er ins Bett gekommen – um dann nach eineinhalb Stunden wieder ans Tagewerk zu gehen: Schließlich musste Verkehrs- und Eigensicherung betrieben, aber auch der Betrieb fortgesetzt werden. Denn für Floristen ist’s Hochzeitshochsaison – und da hat man für solche überraschenden Geschehnisse ja eigentlich keine Zeit.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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