Bloherfelde - Es ist doch Platz für alle da: Mit einem Kompromiss, der ein friedliches Miteinander von Mensch und Natur gewährleisten soll, reagiert die Stadtverwaltung auf Unmut über die Schaffung von Wildblumenwiesen auf Angerflächen in Bloherfelde. Die Bemühungen, dem Insektensterben mit der Gestaltung bienenfreundlicher Wiesen entgegenzuwirken und das Interesse von Eltern, Spielflächen für ihre Kinder zu erhalten, müssen nämlich kein Widerspruch sein.
Hosenbienen entdeckt
Flächen am Magnolienring waren Anfang vorigen Jahres im Rahmen der Beteiligungsaktion „Wildblumenwiesen für Oldenburg“ als geeignet ausgewählt worden. Laut Mitteilung der Stadt war die Aktion auf große Resonanz bei den Oldenburgerinnen und Oldenburgern gestoßen. Die Flächenauswahl wurde durch Pressemitteilungen und Veröffentlichung auf der Internetseite der Stadt bekannt gegeben. Als Anfang dieses Jahres die zu bearbeitenden Standorte für 2020 festgelegt wurden, sind noch die Angerflächen der Straßen Apfelanger, Bloherfelder Anger und Kirschblütenanger dazugekommen. Die Flächen wiesen hohes Potenzial für den Insektenschutz auf, so die Stadt. Es seien dort zum Beispiel die gefährdeten Hosenbienen entdeckt worden.
Die ursprünglich als Entwässerungsmulden angelegten Angerflächen müssten auch nicht neu gestaltet werden, beschreibt die Stadt. Eine weitere Extensivierung sei ausreichend, um die Pflanzen und damit die Insekten weiter zu fördern. Bereits in den vergangenen Jahren sei hier weniger gemäht worden. Weil die Flächen am Magnolienring noch keine so große Pflanzenvielfalt aufwiesen, seien hier drei Streifen mit bienenfreundlichem Saatgut neu angelegt worden. Einige Anwohnerinnen und Anwohner hätten indes darauf gedrängt, dass die Angerflächen häufig gemäht werden, um dort Kinderspiel zu ermöglichen.
So sieht die Lösung aus
„Eine Aktion wie die Anlage von Wildblumenwiesen kann nur mit Akzeptanz und Mithilfe der Anwohnerinnen und Anwohner funktionieren. Wir haben daher die Planung verändert und hoffen, damit auch die Wünsche nach Spielflächen erfüllen zu können“, erläutert Christoph Winterhalter, Leiter des Fachdienstes Stadtgrün – Planung und Neubau. Und so sieht die Lösung aus: Auf den größeren Angerflächen am südlichen Magnolienring und am Kirschblütenanger wird mittig jeweils eine Fläche von der Stadt regelmäßig gemäht, die dann den Kindern zum Spielen zur Verfügung steht. Vor Ort werden die gemähten Flächen durch jeweils vier rote Pfosten an den Ecken markiert. Alle übrigen Flächen sollen weiter für die Wildblumenwiesen-Aktion zur Verfügung stehen.
„Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger darum, sorgsam mit diesen und den anderen Wiesenflächen im Stadtgebiet umzugehen“, appelliert Winterhalter. „Natürlich darf man vorsichtig in die Wiese hineintreten und die Insekten beobachten. Und es ist auch für die Kinder erlaubt, mal Blumen zu pflücken. Schließlich soll diese Aktion nicht nur für die Insekten sein, sondern auch für die Menschen. Keine Angst, Wildbienen sind sehr friedlich und stechen äußerst selten“, betont der Fachdienstleiter.
Spielplätze in der Nähe
Die Stadtverwaltung macht außerdem darauf aufmerksam, dass sich zwei ausgewiesene Kinderspielplätze in der Nähe zu dem Siedlungsgebiet befinden: „An den Eschen“ und „Bohlkenweg“, der auch einen Bolzplatz mit zwei Toren besitzt.
