Oldenburg - Entkorken, eindecken, flambieren – wer in der Gastronomie arbeiten will, muss vieles können. Im Bümmersteder Krug in Oldenburg konnten Auszubildende aus der Gastronomie ihre Fähigkeiten in einem Wettbewerb unter Beweis stellen. In verschiedenen Stationen mussten sich insgesamt fünf Teilnehmer aus der Region dem strengen Blick der Jury stellen, während sie mit den Herausforderungen ihres Traumberufs konfrontiert wurden.
Traum ist Gastronomie
Einer der Teilnehmer ist Agus Wiranto. In Indonesien geboren und ausgewachsen, kam er 2020 nach Deutschland, um eine Ausbildung im Hotel Butjadinger Tor in Nordenham zu beginnen. In seiner Heimat arbeitete er eigentlich als Techniker in einer großen Firma, doch sein Traum ist die Arbeit in der Gastronomie. Seine Familie besitzt ein Restaurant in Indonesien, das er selbst eines Tages übernehmen möchte. Am Anfang wurde er noch mit einigen Kulturschocks konfrontiert. „Die Gastronomie ist hier zu 100 Prozent anders als in Indonesien.“ Aber er habe schnell gelernt, erzählt er.
Eine der Stationen verlangt von den Wettbewerbsteilnehmern, einen Tisch thematisch einzudecken. Agus entscheidet sich hier für das Thema „Maritime Harmonie“ – passend zu seinem Ausbildungsbetrieb in der Nähe zur See. Die Farbe Blau dominiert seine Tischdekoration, ein kleines Schiff schmückt die Szene, servieren würde man hier Fisch. Beim Eindecken gibt man den Teilnehmern Raum für Kreativität. Andere Stationen lassen weniger Freiraum. So bringt eine Kopfrechenaufgabe am Beispiel einer Restaurantrechnung einige Teilnehmer zum Verzweifeln.
Vorbereitung
Mit dem Wettbewerb will man Azubis auf ihre Prüfungen vorbereiten. Die Situationen, die die Teilnehmer an den einzelnen Stationen durchleben, sind typisch für Abschlussprüfungen. Bei diesen wird aber nicht nachgefragt, die Geprüften müssen alles an Können und Wissen parat haben. „Hier können uns die Azubis noch in lockerer Atmosphäre mit Fragen löchern“, sagt Werner Tönjes, Vorsitzender des Fördervereins zur Weiterbildung des gastronomischen Nachwuchses. Gemeinsam mit dem Hotelmeister und Lehrer für Fachpraxis Heiko Wichmann leitet er den Wettbewerb.
Agus Wiranto steht kurz vor der Abschlussprüfung. Danach möchte er noch einige Jahre in Deutschland arbeiten. Sein Ziel ist aber, nach Indonesien zurückzukehren und das Restaurant der Familie mit seinen Erfahrungen zu bereichern: „Ein Restaurant mit klasse Service wie in Deutschland – das ist mein Traum.“
Eine der Königsdisziplinen an diesem Tag ist das Flambieren. Es werden Crêpes Suzette zubereitet: Pfannkuchen, die in einer fruchtig-süßen Sauce mit Weinbrand flambiert werden. Agus Wiranto zeigt hier sein ganzes Geschick. Hochkonzentriert hantiert er mit seinen Gerätschaften und erzeugt eine respektable Flamme. Für den Sieg reicht die Leistung von Agus am Ende nicht ganz. In der finalen Wertung belegte er Platz zwei. Als Gewinnerin geht Clara Huber aus dem Wettbewerb hervor, den dritten Platz erreicht Jule Schlarmann (beide Hotel Stratmann in Lohne). Die Gewinner freuen sich über Geld- und Sachpreise – und über einen Tag mit wertvollen Erfahrungen.
Werner Tönjes (von links) ehrt die drei Sieger: BILD: Privat
