Ohmstede - Die Familie Werther wohnt schon fast 30 Jahre in der Siedlung in Ohmstede. Das Quartier nördlich des Mühlenhofsweges mit der Eutiner Straße, Küstriner Straße, Kniphauser Straße und Birkenfelder Straße wurde früher für Bundeswehrsoldaten vorgehalten. Helge Werther war einer von ihnen. Er kam vor 28 Jahren mit seiner Frau Freia und den drei Kindern aus dem Ausland – er war in Paris stationiert – hierher. Die Werthers, längst im Ruhestand, mögen es in Ohmstede, kennen sich hier aus und wundern sich – wie andere Nachbarn auch.

„Es stehen hier im Viertel etwa neun Wohnungen leer“, berichtete Helge Werther der NWZ . Von weggezogenen Nachbarn wisse er, dass diese zwar Nachmieter gestellt hätten, die dann aber nie eingezogen seien. Darüber hinaus seien vor einiger Zeit Mieter von der Bundesanstalt für Immobilien-Aufgaben (Bima), der viele der Häuser in der Siedlung gehören, angeschrieben worden, mit der Frage, ob sie ihre Mietwohnung nicht kaufen wollten.

Helge Werther hatte Interesse signalisiert. Eine Reaktion der Bima darauf gab es nicht. Dafür aber viele Gerüchte im Quartier. Denn: „Das wundert einen doch: So lange Leerstand, der längste schon ein knappes Jahr, obwohl doch Wohnungen gesucht werden“, sagt der 73-Jährige.

Die NWZ  hat bei der Bima nachgefragt, die für die Verwertung von ausgegliederten Immobilien der Streitkräfte zuständig ist. Die jüngsten großen Projekte in Oldenburg waren, wie berichtet, der Fliegerhorst und die Donnerschwee-Kaserne. Das Viertel in Ohmstede rankt sich um das Areal der ehemaligen Clausewitz-Kaserne. Auf deren Gelände selbst ist das Wohngebiet „Gartenstadt Mühlenhof“ entstanden, nachdem 1994 die 11. Panzergrenadierdivision aufgelöst wurde.

„Ende 2015 haben wir Mieter in der ehemaligen Militärsiedlung angeschrieben, um von ihnen zu erfahren, ob sie grundsätzlich ein Kaufinteresse haben“, bestätigt, Stefan Güsloff, Leiter des Verkaufsteams Oldenburg der Bima, die Anfrage der NWZ . Es habe auch Reaktionen der Anwohner gegeben. Von der Bima sei nun eine Wertermittlung der Objekte in Auftrag gegeben worden. Mit dem Ergebnis rechne man im Frühherbst. Dann würden die Mieter erneut angeschrieben und gefragt, ob sie immer noch an einem Kauf interessiert seien.

Stefan Güsloff bestätigt, dass zurzeit fünf Objekte leer stehen. Zwei davon, in der Kniphauser Straße und in der Birkenfelder Straße, würden noch im August/September zum Verkauf angeboten. In die drei anderen Wohnungen würden Flüchtlinge einziehen. Die Bima unterstütze die Kommunen bei der Unterbringung von Flüchtlingen – so auch die Stadt Oldenburg.

„Stimmt“, sagt Juliane Pflugmacher vom städtischen Pressebüro. „Diese Wohnungen haben wir angemietet. Sie werden gerade eingerichtet. Im August/September werden sie von Flüchtlingen bezogen.“ Es seien langwierige Verhandlungen gewesen, die zu einem guten Ende geführt hätten.

Susanne Gloger
Susanne Gloger Redaktion Oldenburg