Oldenburg -  Auf ganzer Linie bestätigt sieht sich die Bürgerinitiative Stadionbau durch die Kritik des Bundes der Steuerzahler (BdSt) Niedersachsen Bremen. Dieser hatte in einem Brief an die Ratsmitglieder Bedenken hinsichtlich der von der Stadtverwaltung genannten Bau- und Betriebskosten eines neuen Stadions formuliert. Der BdSt warnte die Politik eindringlich davor, auf dieser Grundlage einen Grundsatzbeschluss zum Neubau zu fassen. „Auch der Steuerzahlerbund geht wie wir von realistischen Baukosten von 50 bis 60 Millionen Euro aus“, so Klaas Brümann von der Initiative. Entsprechend würden auch die jährlichen Betriebskosten steigen. „Damit ist klar, dass die finanzielle Belastung des Haushalts der Stadt erheblich höher sein wird, als bislang dargestellt.“

Der Rat muss über ein neues Fußballstadion an der Maastrichter Straße entscheiden. Nun bringt der Bund der Steuerzahler deutlich höhere Kosten und Zuschüsse ins Spiel.

STADIONBAU IN OLDENBURG Steuerzahlerbund rügt Stadt und warnt Rat

Markus Minten
Oldenburg

Auch nach Ansicht der Bürgerinitiative darf in Anbetracht der eklatanten Planungsmängel am 27. Februar kein Grundsatzbeschluss zum Stadionneubau gefasst werden. Es sei unverantwortlich, wenn die Ratsmehrheit bei der aktuellen Kenntnislage trotzdem dem von der Verwaltung ausgearbeiteten Beschluss zustimmen würde.

Brümann verweist auch auf die Ansicht des Steuerzahlerbundes, dass es nicht Aufgabe der Steuerzahler sein könne, die finanziellen Konsequenzen der Vorgaben zu tragen, die der Deutsche Fußball-Bund für einen Stadion-Standard beschlossen haben. In der Verantwortung seien nicht die Steuerzahler, sondern die Vereine, die Vereins-GmbHs und das „System Profifußball“. Steuergeld sei in der Förderung des Breitensports für das Gemeinwohl sinnvoller eingesetzt.

So könnte es aussehen. Über ein neues Stadion wird in Oldenburg schon lange diskutiert.

STADION-DEBATTE IN OLDENBURG Neues Stadion für Oldenburg ist bereits seit Jahren Thema – Eine Chronologie

Nils Coordes
Oldenburg