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Bundesverdienstkreuz für Bad Zwischenahner Dr. Andreas Settje rettete Leben in Nepal

Verleihung im Rhododendronpark Gristede: Landrätin Karin Harms steckte Dr. Andreas  Settje das Bundesverdienstkreuz an.

Verleihung im Rhododendronpark Gristede: Landrätin Karin Harms steckte Dr. Andreas Settje das Bundesverdienstkreuz an.

Petra Beier

Bad Zwischenahn/Gristede/Oldenburg - Achteinhalb Jahre lebte Dr. Andreas Settje mit seiner Familie in Nepal. In dieser Zeit renovierte er ein heruntergekommenes Krankenhaus, bildete medizinisches Personal vor Ort aus und verbesserte damit nachhaltig die ärztliche Versorgung in Salambutar. Noch heute werden im Sushma Koirala Memorial Hospital (SKM) Menschen geheilt und Leben gerettet. Für sein Schaffen in Nepal wurde dem Bad Zwischenahner nun im Rhododendronpark in Gristede das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Das Kapitel Nepal

„Für mich ist das eine Art Abschluss des Kapitels Nepal“, sagt der 63-jährige Chirurg, der in der Gemeinschaftspraxis HPC in Oldenburg und als Ausbildungsarzt bei der Bundeswehr arbeitet. Mittlerweile habe er für das Krankenhaus nur noch eine beratende Funktion. Doch bis das SKM Hospital ohne ihn funktionieren konnte, war eine Menge Arbeit nötig.

1999 entschieden Dr. Settje und seine Frau Kerstin, mit ihren beiden Töchtern nach Nepal auszuwandern. Zuvor hatte der Facharzt für ästhetische und plastische Chirurgie im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg gearbeitet. „Damals wurde dann ein Projektleiter für die Entwicklungshilfe in Nepal gesucht. Die Berufsbeschreibung im Ärzteblatt hat genau auf mein Profil gepasst“, erinnert sich Dr. Settje.

Bevor er und seine Frau die Entscheidung endgültig fällten, flog der Arzt nach Nepal und machte sich mit der Umgebung vertraut. Ein halbes Jahr später landeten die Settjes in Nepal.

Brief an Günther Jauch

Schnell stellte sich aber heraus, dass die Mittel in Nepal gering waren. „Es stand kaum Geld zur Verfügung“, sagt Settje. Das Krankenhaus hinkte aus medizinischer Sicht weit hinterher. In seiner Not schickte Dr. Settje einen Brief an Günther Jauch, der zu diesem Zeitpunkt der Moderator von Stern TV war. Es folgte der erste von vielen Fernsehbeiträgen über Dr. Settje und seine Entwicklungsarbeit in Nepal. Stern-Redakteur Stefan Euler, der ebenfalls bei der Verleihung zu Gast war, besuchte die Settjes und begleitete eine Operation.

„Nach dem ersten Beitrag haben wir Spenden in Höhe von 500 000 D-Mark erhalten“, sagt Dr. Settje. Danach folgten noch weitere Besuche von Euler, weitere Einspieler bei Stern TV und weitere Spenden. Mit diesen Spenden konnten die Leben von Kriegs- und Verbrennungsopfern in Nepal gerettet werden.

Man Maya

Eine von ihnen ist Man Maya. Die Nepalesin erlitt im Alter von drei Jahren schwerste Verbrennungen. Auch wenn die Wunden heilten, entstellten die Folgen der Verbrennungen ihr Gesicht. Dr. Settje operierte Man Maya, stellte ihr Gesicht wieder her und ermöglichte ihr damit ein normales Leben. Sie konnte zur Schule gehen, machte später eine Ausbildung zur Krankenschwester, heiratete und ist mittlerweile Mutter eines Kindes. Nach ihr wurde auch der Verein benannt, der sich bis heute um die medizinische Versorgung in Salambutar kümmert und den Dr. Settje ins Leben gerufen hat.

Man Maya Med e.V. leitet die Spendengelder aber nicht nur an das SKM Hospital weiter. Der Verein zahlte auch die Schulgebühren vieler nepalesischer Kinder, unterstützte die Opfer des Erdbebens in 2015 und gründete mit den Spenden eine Frauengruppe. „Uns war es wichtig, dass wir nicht nur hinfliegen, helfen und wieder abreisen, sondern nachhaltig für eine Verbesserung sorgen“, sagt Dr. Settje.

Bundesverdienstkreuz

Aber auch das Leben der Settjes änderte sich durch den Aufenthalt in Nepal. „Für mich war es anfangs vor allem eine Herausforderung. Letztendlich war es ein Geschenk für unsere Familie“, sagt Dr. Settje. Das Bundesverdienstkreuz sei ein Gemeinschaftserfolg: „Es freut mich und macht mich stolz. Aber es bleibt zu sagen, dass das nicht nur mein Verdienst war“, sagt er. Die Unterstützung seiner Familie, seiner Wegbegleiter sowie der Spenderinnen und Spender habe das alles erst möglich gemacht.

Tim Rosenau
Tim Rosenau Digitalteam Wesermarsch
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