Oldenburg - Es wird noch bis mindestens 2026 dauern, bis die dann neue Cäcilienbrücke wieder überquert werden kann. Doch wer sie nutzen darf, ist bereits jetzt ein heißes Thema in der Stadt. Ein Verkehrsgutachten zum Wallring für den Mobilitätsplan hatte dazu geraten, die künftige Brücke autofrei zu gestalten. Doch eine mögliche Vorentscheidung darüber schieben Grüne und SPD im Rat nun erst einmal auf die lange Bank.
Änderungsanträge
Am Montag berät der Verkehrsausschus voraussichtlich final über den Entwurf zum Mobilitätsplan, am 26. Juni soll er vom Rat beschlossen werden. Vorab hat das Ratsbündnis aus Grünen und SPD einige Änderungsanträge eingereicht. Einer davon betrifft eben auch die Cäcilienbrücke. Die Meinung des Gutachters, dass für eine durchgehende Busspur um den Wallring (inklusive teilweiser Einbahnregelung) eine Schließung der Cäcilienbrücke für den Kfz-Verkehr (bis auf Busse, Taxen und Rettungskräfte) sinnvoll wäre, sehen die Fraktionen als „eine Gutachtermeinung, die zum jetzigen Zeitpunkt keine Entscheidung nach sich zieht“, heißt es in dem Antrag. Dies solle im Mobilitätsplan auch entsprechend kenntlich gemacht werden.
Übrigens war die Brücke bereits Thema im Bündnispapier, dass die Fraktionen von Grünen und SPD als Arbeitsgrundlage zu Beginn der Ratsperiode formuliert hatten. „Die Cäcilienbrücke soll in der derzeit geplanten Form gebaut werden, also autofähig, schon allein um die Passage von Bussen und Rettungsfahrzeugen auch in Zukunft zu ermöglichen“, heißt es darin. Und: „Die Zeit bis zur Fertigstellung des Ersatzbaus soll genutzt werden, um den Damm und den vorderen Bereich der Bremer Straße verkehrsberuhigt und fahrradfreundlich umzubauen.
8000 Autos
Bei 8000 Autos und 15.000 Fahrrädern täglich auf der Brücke (so die letzten Zahlen vor der Schließung) klingt eine „Verkehrsberuhigung“ ohne die Reduzierung des Kfz-Verkehrs nach einem sehr ambitionierten Projekt. SPD-Fraktionschef Ulf Prange ist dennoch „zurückhaltend“ was eine autofreie Cäcilienbrücke angeht. „Es gibt Sorgen im Stadtsüden was die künftige Anbindung angeht“, sagt Prange, der auch im Vorstand des Bürgervereins Osternburg sitzt. Zudem verweist er auf die schwierige Verkehrssituation auf der Amalienstraße und der Stedinger Straße. SPD und Grüne wollen daher vor einer Entscheidung zunächst das Teilkonzept für die Gestaltung der Straße Damm abwarten, das im zweiten Teil des Mobilitätsplans erstellt wird.
Die Grünen sind prinzipiell offener, was eine Brücke ohne Kfz angeht, gehen aber diesen Weg mit. „Wir würden uns freuen, wenn es autofrei geht“, so Fraktionssprecher Oliver Rohde. Aus seiner Sicht hat es mit der Alternativroute über die Amalienbrücke „einigermaßen geklappt“. Man habe jedoch Verständnis, dass die Cäcilienbrücke etwa bei künftigen Sanierungsprojekten auf der Autobahn als Ausweichstrecke benötigt werden könnte. „Wir werden daher nicht sagen, dass dort nie wieder ein Auto langfahren darf.“
