Navigation überspringen
nordwest-zeitung

Stau Am Oldenburger Küstenkanal Behelfsbrücke sorgt für Verkehrschaos

Oldenburg - Die Ampel am Westfalendamm schaltet auf Grün. Eigentlich könnten die Autofahrer jetzt losfahren, auf den Damm – wären da nicht die vielen Radfahrer, die auf der Straße warten. Sie haben es nicht rechtzeitig auf die Behelfsbrücke geschafft, denn dort hat sich an diesem Mittag ein langer Stau gebildet – vor allem von Radfahrern, die von den Innenstadtschulen über den Küstenkanal nach Hause wollen.

An der Brücke wird es extrem eng

Seitdem die Ferien vorbei sind, wird es an der Brücke extrem eng. Sie ist als Gehweg ausgewiesen, Radfahrer müssen absteigen. Breite Umlaufsperren sollen sie zusätzlich ausbremsen. In den Morgenstunden und nach Schulschluss entwickeln sich die Sperren zum Nadelöhr. Dann bildet sich ein Stau, der auch den Westfalendamm versperrt. An ausreichende Abstände ist ebenfalls nicht zu denken.

„Vor allem das plötzliche Anhalten ist gefährlich“, sagt Rieke Schmidt (22). Die angehende Pflegefachkraft muss für ihre Ausbildung an dieser Stelle über den Küstenkanal pendeln. „Der Weg in die Stadt kostet jetzt mehr Zeit“, sagt Pflegeschülerin Henrike Müller (19). Das musste auch Elias (12) feststellen. Er kam wegen der neuen Situation eine Viertelstunde zu spät in den Unterricht. Aber er nimmt es gelassen: „Gefährlich ist es eigentlich nicht – wenn alle schieben“, sagt er. Das sei aber nicht der Fall, berichtet Schülerin Clara (16). Immer wieder komme es auf der Brücke zu gefährlichen Überholmanövern, weil manche nicht absteigen wollten. Jakob Wendt (16) hat das Verkehrschaos jedenfalls satt. Der Schüler überlegt, die Umleitung über die Amalienbrücke zu nehmen.

Situation ist „ein großes Ärgernis“

Aus Sicht des Bürgervereins Osternburg-Dammtor ist die Situation an der Behelfsbrücke ganz grundsätzlich „ein großes Ärgernis“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Ulf Prange. Prange: „Die weiteren Verzögerungen der Baumaßnahme, die das Wasser- und Schifffahrtsamt kürzlich mitgeteilt hat, halten wir als Bürgerverein für nicht akzeptabel.“ Die Bürger hätten „die Sorge, dass der Stadtteil abgehängt wird“. Die Planungen des WSA müssten „beschleunigt werden – auch durch den Einsatz von zusätzlichem Personal“ .

Wegen der Verkehrsregeln auf der Brücke hat sich der Bürgerverein schon vor den Ferien mit einem Brief an die Stadtverwaltung gewandt, damit die Brücke mit dem Fahrrad befahren werden darf. Prange sagt: „Konkret haben wir die Anordnung eines Gehweges angeregt mit dem Zusatz ,Radfahrer frei’. Dadurch wäre ein Befahren mit Schrittgeschwindigkeit zulässig.“

Die Situation auf der Brücke

Auch Ursula Hörmann vom Bürgerverein sagt: „Wenn wenig los ist, wollen wir fahren.“ Und Bernd Meiburg ergänzt: „Da waren im Sommer teilweise nur zwei Leute unterwegs, wieso soll ich da so lange schieben?“ Die Brücke selbst sei breit und die meiste Zeit des Tages nicht gerade überfüllt. Insofern müsse „ein Fahren in Schrittgeschwindigkeit zugelassen werden, in Stoßzeiten überwacht durch Mitarbeiter der Stadt zur Verkehrsüberwachung“, sagt Ulf Prange.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg
Svenja Fleig
Svenja Fleig Thementeam Wirtschaft
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden
Mit Video
Nach der Sprengung inspizierten Midgard-Beschäftigte die Überreste der Verladebrücke.

KRANSPRENGUNG IN NORDENHAM Koloss aus Stahl fällt in 15 Sekunden zusammen

Norbert Hartfil
Nordenham