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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Camper häufig vor verschlossenem Tor

10.02.2017

Oldenburg „Dieser Platz ist ein Schmuckstück auf der Visitenkarte Oldenburgs.“ Peter Meesmann hat viele positive Worte für den Campingplatz am Flötenteich übrig: ruhig, stadtnah und gut ausgestattet. Doch die Lobeshymne endet mit einem großen Aber. „Die Öffnungszeiten entsprechen keiner nationalen oder internationalen Gepflogenheit.“

Konkret geht es um die Nebensaison. Während in den Sommermonaten von morgens bis abends Personal vor Ort ist, ist vom 1. April bis zum 20. Mai und vom 4. September bis zum 31. Oktober das Kassenhäuschen täglich nur von 12.30 bis 15.30 geöffnet. Das Problem dabei: Das Gelände ist mit einem Tor verschlossen. Ohne Mitarbeiter können anreisende Gäste nicht auf den Campingplatz gelangen. „Wer eine lange Anreise hat, kommt aber eher abends an“, sagt Meesmann. Und die Abreisenden würden die frühen Morgenstunden bevorzugen.

Er selbst weiß, wovon er redet. Denn der 77-Jährige, der seit 16 Jahren in Frankreich lebt, reist seit 2005 regelmäßig mit seinem Wohnwagen aus der Nähe von Paris nach Oldenburg, um dort zum Teil einige Wochen zu verbringen. In dieser Zeit erlebte er zum Beispiel eine Gruppe mit mehreren Fahrzeugen aus den Niederlanden, die gern länger geblieben wäre, aber nicht aufs Gelände kam und wieder abreiste. Oder zwei Rucksackreisende mit Zelt aus Island. Sie hätten die Nacht draußen verbringen müssen, wenn ein Dauercamper nicht ohne Autorisierung das Tor geöffnet hätte.

Betreiber des Campingplatzes ist die Bäderbetriebsgesellschaft. „Wir haben die Öffnungszeiten in der Nebensaison im vergangenen Jahr nach einer Kundenumfrage bereits ausgeweitet“, sagt der zuständige Mitarbeiter Sascha Albers. Ein größerer Zeitraum würde einen hohen Personalaufwand erfordern. Auch geteilte Öffnungszeiten am Morgen und am Abend hält er aufgrund von zusätzlicher Vor- und Nachbereitung für schwierig. Zumal dann womöglich andere Gäste das Nachsehen hätten. „Es ist schwierig, jedem gerecht zu werden“, argumentiert Albers.

Wer außerhalb der Öffnungszeiten anreise, könne im Übrigen auf dem speziell ausgewiesenen Vorplatz warten und übernachten, erklärt Albers. Allerdings – was vor allem für Zeltreisende ein Problem ist – gibt es dann noch keinen Zugang zu Sanitäranlagen. Denn die sind, wie das Tor, nur über einen Chip zu öffnen, den man gegen ein Pfand von 20 Euro vom Campingplatzpersonal erhält.

Um diesen abzugeben und das Geld zurückzuerhalten, musste man bislang ebenfalls bis zum Mittag warten und konnte nicht frühzeitig abfahren, kritisiert Stammgast Meesmann. Immerhin hier wird es Abhilfe geben, verspricht Albers. Ab dieser Saison könne man den Chip auch in einem Abgabekasten hinterlassen. „Das Pfandgeld wird dann überwiesen.“

Für Meesmann ist das ein erster Schritt Richtung Kundenfreundlichkeit. Doch seiner Meinung nach verschenkt der Campingplatz mit den eingeschränkten Öffnungszeiten viel Potenzial. Dies schade der gesamten Stadt, da Camper in die Restaurants essen gehen und in die Geschäfte zum Einkaufen gehen würden. „Wir Reisenden bringen das Geld, doch wir werden durch ein unverständliches Geschäftsgebaren ausgeschlossen.“

Patrick Buck
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

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