Oldenburg - Sie hatte schon einmal geprobt mit dem Oldenburgischen Staatsorchester, die Oldenburger Band Wilson & Jeffrey. Das war im März 2020. Es folgten ein Verbot von Großveranstaltungen, ein Lockdown und damit auch die Absage von „Classic meets Pop“. Corona stellte das Leben auf den Kopf. Und tatsächlich sollte es drei Jahre dauern, bis die sechs Musiker heute wieder am selben Punkt stehen: kurz vor ihrem Auftritt bei der Musik-Show am Freitag und Samstag in der großen EWE-Arena.
Die Geschichte wiederholte sich nämlich. Ab dem Winter fing die Band jeweils mit ihren Proben an. Dann wurde „Classic meets Pop“ erneut um ein Jahr verschoben. Das passierte 2021, ebenso 2022. Ziemlich viel Geduld war also gefragt, doch die war vorhanden, sagt Bandmitglied Jan Grevé. „Wir haben immer gesagt, dass wir das durchziehen.“
Album fast fertig
Wie viele andere Künstler versuchten die Musiker von Wilson & Jeffrey, die vielen Zwangspausen möglichst kreativ zu füllen. Sie schrieben etwa Songs. Ein Album mit dem Titel „Paradox“ ist fast fertig, soll voraussichtlich in diesem Sommer digital erscheinen und im November in Verbindung mit einer Mini-Tour auch auf Vinyl herausgebracht werden.
Aktuell liegt die volle Konzentration allerdings auf „Classic meets Pop“. Zweimal wartet eine ausverkaufte EWE-Arena mit jeweils rund 3000 Zuschauern. Es ist von den Publikumszahlen beileibe nicht der größte Auftritt der Band. Schon häufig stand sie bei Festivals auf der Bühne, etwa beim Tabularaaza (wo sie auch in diesem Jahr eingeplant ist). Jedoch wird das Zusammenspiel mit den Vollprofis des Staatsorchesters eine Besonderheit für die Bandmitglieder, die ihr Musikerleben alle noch neben ihrem Hauptberuf führen. „Die Mitglieder des Orchesters verstehen sich blind. Da kommt der Dirigent, macht eine Ansage und dann sind die mitten im Song“, zeigt sich Grevé durchaus beeindruckt.
„Rock me Amadeus“
Gemeinsam werden Orchester und Band einen Klassiker der Pop-Geschichte auf die Bühne bringen: „Rock me Amadeus“ von Falco. Der erste deutschsprachige Rapper, wie Grevé den Österreicher nennt, passt mit seinem eigenwilligen Stil genau in das Schema von Wilson & Jeffrey. „Ich sage manchmal, dass wir Elektro-Rock-Rap spielen.“ Für die Show hat die Band dem Song extra eine dritte Strophe verpasst. „Und das Orchester hat auch noch einiges im Köcher“, verspricht Grevé. Falcos Wiener Schmäh wird das Publikum allerdings nicht zu hören bekommen. „Das haben wir in der Probe mal probiert, aber das muss man einfach können.“
Spannend werden die Abende für Wilson & Jeffrey indes, weil sie die Zuschauer auf andere Weise mitnehmen müssen. Es ist ein Sitzplatzkonzert. Anders als beim Festival ist nicht zu erwarten, dass vor der Bühne Pogo getanzt wird. Zudem spielen die Musiker pro Show nur ein Stück. „Wir werden spontan schauen, ob es eine Interaktion geben wird und ob der Funke überspringt“, sagt Grevé. An der Motivation bei der Band wird es nach drei Jahren Wartezeit mit Sicherheit nicht scheitern.
