Oldenburg - Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt Oldenburg hatte Montag mit 443,4 einen Wert erreicht, den man in Oldenburg bisher nicht kannte. Vor einem Jahr waren mit Werten, die rund ein Zehntel davon betrugen, massive Einschränkungen verbunden.
Eine Einordnung der aktuellen Situation und einen Ausblick gibt Dr. Holger Petermann, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Oldenburg.
Wie ist der im Vergleich zum Vorjahr mehr als zehnmal so hohe Inzidenzwert einzuschätzen? ?
Dieser hohe Inzidenzwert ist wahrscheinlich zum einen den vergangenen Feiertagen geschuldet und zum anderen der sogenannten Omikron-Variante mit ihrer erhöhten Ansteckungsrate.
Wie ist die Verdoppelung binnen einer Woche – vor allem hinsichtlich weiterer Entwicklungen – zu beurteilen ?
Perspektivisch gehen wir davon aus, dass dieser Wert sich noch im Laufe des Monats Januar erholt, da sich immer mehr Menschen mit der Omikron-Variante infiziert haben werden.
Wie groß ist der Anteil der Omikron-Variante in Oldenburg ?
Genaue Zahlen bezüglich der Omikron-Variante gibt es nicht. Es werden weiterhin nur etwa fünf Prozent der positiven Fälle sequenziert. Das Niedersächsische Landesgesundheit geht davon aus, dass in Niedersachsen mittlerweile 70 Prozent der Fälle auf die Omikron-Variante zurückzuführen sind.
Wie hoch ist der Anteil asymptomatischer Verläufe oder solcher mit sehr mildem Verlauf ?
Ohne Anspruch auf Wissenschaftlichkeit ist der Eindruck der Mitarbeitenden im Gesundheitsamt, dass sich vornehmlich milde Verläufe einstellen, insbesondere bei geimpften und geboosterten Menschen.
Wie ist die Situation in den drei Krankenhäusern der Stadt ?
Die Situation in den Krankenhäusern stellt sich insgesamt entspannter dar. Die Lage ist gegenwärtig als stabil zu bezeichnen. Das gilt sowohl für die Normalstationen als auch für die Intensivstationen. Es gibt dort freie Betten.
Was kann das Gesundheitsamt angesichts der Vielzahl der Fälle leisten ?
Die Kontaktpersonennachverfolgung besonders an den Wochenenden ist schwierig, mitunter müssen Fälle in den nächsten Tag mitgenommen werden und dann bearbeitet werden. Wir haben unsere Vorgehensweise bereits Ende Dezember dahingehend angepasst, dass geimpfte und geboosterte Kontaktpersonen ohne Symptome nicht mehr in Quarantäne müssen.
Wie siebt es mit personeller Unterstützung aus ?
Dankenswerterweise haben wir wieder Unterstützung durch die Bundeswehr, die uns zehn Kräfte zur Verfügung gestellt hat. Auch stadtintern erfahren wir große Unterstützung und Hilfsbereitschaft durch die anderen Ämter.
