Oldenburg - Die Oldenburger Innenstadt soll ein Ort des sicheren Einkaufs in der Pandemie werden – und das für möglichst viele und möglichst schnell. Allerdings fehle es an einer rechtlichen Grundlage, betonte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann am Donnerstag. Die neue Corona-Verordnung des Landes, die die Ergebnisse des jüngsten Bund-Länder-Gipfels umsetzt, liegt noch nicht vor. Der OB hatte Ministerpräsident Stephan Weil (beide SPD) angeschrieben und Oldenburg für einen Modellversuch angeboten. „Wir haben ein Angebot gemacht, das man eigentlich nicht ablehnen kann“, ist er vom Konzept überzeugt.
Einen Alleingang lehnt Krogmann derzeit ab. Ob und wann es zur Umsetzung kommt, ist derzeit also noch offen. „Ich habe noch keine Signale, dass das vor Ostern geklärt ist.“ Das Land hatte Mitte April als Startdatum genannt. Das Thema Sicherheit habe dabei oberste Priorität.
Das Konzept
Die Fußgängerzone wird zur „sicheren Zone“. Das Tragen einer medizinischen Maske würde zur Pflicht. An vier Hauptzugängen (Schlossplatz, Julius-Mosen-Platz, Waffenplatz und Lappan) würden Service-Stationen eingerichtet. Hier gäbe es gegen Vorlage eines negativen Testergebnisses vom gleichen Tag einen City-Pass, der Zugang zu den Geschäften ermöglicht. Hier könnten auch Corona-Antigen-Schnelltests vorgenommen werden. Um Schlangen zu vermeiden, würde dieser 10 Euro kosten. Tests sollten daher möglichst zuvor gemacht werden. Für die Kontaktnachverfolgung käme die „Luca-App“ zum Einsatz. Bei Überschreitung einer gewissen Inzidenz oder der Überlastung der Krankenhäuser würde das Modellprojekt abgebrochen.
Die Stufen
Eine Umsetzung plant die Stadt in vier Stufen. In den ersten Tagen würden alle Händler und Dienstleister in der Fußgängerzone öffnen, die sich an dem System des City-Passes beteiligen. Pässe gäbe es nur für Bürger der Stadt und der direkt angrenzenden Gemeinden. In Stufe 2 würde die Öffnung der Außengastronomie folgen. Personen aus angrenzenden Landkreisen könnten einen City-Pass erhalten. In Stufe 3 kämen kulturelle Angebote in der erweiterten Fußgängerzone hinzu. In der vierten und letzten Stufe könnte das Projekt auf weitere Standorte erweitert werden: Ikea und Wechloy. In beiden Bereichen gibt es Testzentren eines privaten Betreibers, die eingebunden werden könnten.
Weitere Ideen
Zwei weitere Ideen, die sofort umsetzbar wären, wurden bei der NWZgeboren: Deren Tochterunternehmen Citipost Nordwest hat eine Lieferdienst-Flatrate für den Einzelhandel der Innenstadt entwickelt und Stadt sowie Citymanagement vorgestellt. Bei Kostenübernahme durch die Stadt in einer Testphase könnte ein lokaler, taggleicher Lieferdienst unter dem Motto „morgens bestellt, abends zu Hause“ angeboten werden.
Auch ein Buchungstool hat die NWZ für ihre Geschäftsstellen entwickelt. Das kann nicht nur für einzelne Geschäfte angeboten werden, sondern auch für die gesamte Oldenburger Innenstadt. So könnten über eine einzige Website Termine in allen teilnehmenden Geschäften gebucht werden.
