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Diskussion über Stadionneubau Das Schreiben der EWE Baskets Oldenburg im Original

Der Geschäftsführende Gesellschafter der EWE Baskets: Hermann Schüller

Der Geschäftsführende Gesellschafter der EWE Baskets: Hermann Schüller

Torsten von Reeken

Oldenburg - Mit einem von Hermann Schüller, Geschäftsführender Gesellschafter, und Regina Kulms, Kaufmännische Geschäftsführerin, unterzeichneten Schreiben an den OB und die Fraktionen haben die EWE Baskets Oldenburg sich gegen einen Stadionneubau an der Weser-Ems-Halle positioniert. Hier das ungekürzte Schreiben:

Baskets interessiert

„Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Vorsitzende der Fraktionen im Oldenburger Stadtrat,

mit großem Interesse verfolgen wir - die EWE Baskets Oldenburg - die Diskussionen und Planungen, die den Neubau eines Stadions in unmittelbarer Nachbarschaft zu den beiden EWE Arenen betreffen. Wir begrüßen es, wenn die Stadt Oldenburg publikumswirksamen Leistungssport fördern möchte. Allerdings dürfen wir erwarten, dass über die Belange der EWE Baskets und deren Fans und Sponsoren nicht hinweggegangen wird.

Negative Einflüsse

Denn: Die von Ihnen, Herr Oberbürgermeister, und weiteren Befürwortern angestrebte Lösung eines Stadionneubaus auf dem Gelände der Weser-Ems-Hallen hätte negative Einflüsse auf unseren Spielbetrieb und somit direkte Auswirkungen auf unsere wirtschaftliche Situation. Aus unserer Sicht ist es daher nicht nachvollziehbar, dass aufgrund zahlreicher Infrastruktur-Probleme Alternativen zu einem Stadionneubau auf dem WEH-Gelände nicht ausreichend und ernsthaft in Betracht gezogen werden. Es steht zu befürchten, dass die Infrastruktur des Areals rund um den Hauptbahnhof und insbesondere des WEH-Geländes zwei oder auch drei sportliche Großveranstaltungen nicht leisten kann. Selbst wenn der VfB kein Heimspiel haben sollte, müssten die EWE Baskets mit zusätzlichen Parallelveranstaltungen in einem Stadionneubau rechnen, die ja zur Finanzierung des Stadions noch hinzukommen sollen (Stichwort: „Top Acts“).

Große Einschränkungen

Bereits jetzt verursachen Parallelveranstaltungen (u.a. Messen, Konzerte, Kramermarkt, Flohmärkte) zum Teil erhebliche Einschränkungen für die Durchführung unserer Spiele. Ein Stadionneubau mit dieser Innenstadt-Nähe, wie es in Oldenburg zur Abstimmung steht, wäre zumindest innerhalb Deutschlands eine in der heutigen Zeit äußerst ungewöhnliche Ausnahme. In vielen vergleichbaren Fällen wurden ganz bewusst Standorte in den Peripherien dieser Städte gewählt. Hier eine Auswahl: Freiburg, Europa-Park-Stadion, Fertigstellung 2021; Paderborn, Home Deluxe Arena, Fertigstellung 2008; Ingolstadt, Audi Sportpark, Fertigstellung 2010; Mainz, MEWA Arena, Fertigstellung 2011; Jena, Ernst-Abbe-Sportfeld, Fertigstellung 2023.

Verlust an Attraktivität

Ein Fußballstadion in direkter Nachbarschaft mit den hier skizzierten Szenarien würde den Besuch unserer Heimspiele deutlich unattraktiver gestalten und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der EWE Baskets stark negativ beeinflussen:

1. Bei Parallel-Veranstaltungen deutlich verschlechterte Parkplatz-Situation: Die großen Parkflächen rund um die Weser-Ems-Hallen werden nach dem Prinzip „first come - first serve“ besetzt und nicht für eine bestimmte Veranstaltung freigehalten. In den Fällen, wo der VfB am selben Tag einen Spielbeginn vor den EWE Baskets hätte, stünden keine Parkflächen für unsere Fans und Sponsoren zur Verfügung. Sollte seitens der Stadt dem VfB zur Erfüllung seiner Lizenzauflagen sogar zugesichert worden sein, dass alle Parkflächen für das Drittligaspiel zur Verfügung stünden, hätten die EWE Baskets als Ankermieter der EWE Arena selbst dann keine Parkflächen für ihre Veranstaltungen zur Verfügung, wenn Spiele der EWE Baskets vor den Spielen des VfB beginnen würden.

Verkehrs-Chaos

2. Erhebliche Verzögerungen bei An- und Abreise: Abgesehen von den seitens der polizeilichen Behörden regelmäßig vorgenommenen Einstufungen von gewissen Fußballspielen als sogenannte Hochrisikospiele, die unter Umständen die Durchführung parallel stattfindender Veranstaltungen in unmittelbarer Nähe behindern und infrage stellen, ergibt sich ohnehin folgendes Problem am Standort WEH Gelände: Sofern ein Fußballspiel dort zeitlich parallel stattfindet oder die VfB-Fanabreise noch nicht abgeschlossen ist, wenn Basketball- und/oder Handball-Fans anreisen, ist mit Rückstaus in beträchtlichem Ausmaß zu rechnen, die geeignet wären, den Verkehr im Innenstadtbereich und darüber hinaus lahm zu legen. Bereits jetzt ergibt dies bei größeren Doppelveranstaltungen ein Verkehrs-Chaos im Bereich Bahnhof/Unterführung sowie auf der Donnerschweer Straße. Ganz zu schweigen vom Kollaps und Stauungen bei Abfahrt vom WEH-Gelände und Behinderung des öffentlichen Nahverkehrs. Eine etwaige Anreise von Fans in großer Anzahl per Zug würde auch beim Fußmarsch einer so großen Gruppe vom Bahnhof zum Stadion im Kreuzungsbereich Straßburger Straße Verkehrs-Stauungen im Ampelbereich verursachen.

Terminierungen

3. Einflussfaktor Spiel-Terminierungen: Die EWE Baskets sind nicht frei in der Wahl ihrer Heimspieltermine. Die seitens des Hallenbetreibers WEH vorgegebenen Arenen-Verfügbarkeiten in Kombination mit (nationalen und internationalen) Ligen-Spielplänen mit Kernspielzeiten und Abhängigkeiten von TV-Verträgen engen den Spielraum stark ein, wenn es darum ginge, Terminkollisionen zu vermeiden. Ein grundsätzliches Ausweichen auf Heimspiele unter der Woche ist ausgeschlossen, da BBL-Clubs auf internationalem Parkett in diesen Zeitfenstern zum Einsatz kommen.

Auf- und Abbauzeiten

4. Spieltagsvor- und Nachbereitung

Auf- und Abbauzeiten in der EWE Arena mit teils tagelangem Vor- und Nachlauf schränken zudem die Flexibilität bei Heimspiel-Terminierungen ein. Einfluss haben hier vorangegangene oder direkt anschließende Veranstaltungen. Die EWE Baskets müssen beispielsweise ihren Spielboden, LED-Banden und diverse Technik zum Spiel mit erheblichem Aufwand auf- und abbauen.

Wir vertrauen auf Sie, Herr Oberbürgermeister und die Fraktionen im Stadtrat, die Belange eines Aushängeschilds der Stadt Oldenburg und der Nordwest-Region in den Planungen nicht zu marginalisieren und den wirtschaftlichen Fortbestand der EWE Baskets nicht zu gefährden.

Standort analysieren

Daher möchten wir an Sie alle appellieren und plädieren angesichts der oben dargestellten Infrastruktur-Nachteile für eine erneute intensive Verfolgung einer Standortanalyse, die sich mit der Peripherie Oldenburgs befasst, um den unmittelbaren Wettbewerb an einem Ort mit zwei Bundesligisten und den Veranstaltungen der WEH zu vermeiden.

So könnte es aussehen. Über ein neues Stadion wird in Oldenburg schon lange diskutiert.

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Nils Coordes
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