Oldenburg - Eine Demenzerkrankung ändert das Verhältnis zwischen Betroffenen und Angehörigen beträchtlich. Auf der gewohnten Gesprächsebene ist der Erkrankte mit Fortschreiten der Demenz nicht mehr erreichbar, er lebt in seiner eigenen Welt. Erreichbar bleibt die Person aber, sagt Friedlinde Köhler von der Demenzhilfe Oldenburg: „Die Persönlichkeit ist eine gestandene, sie bleibt im Kern erhalten. Dann ist der Mensch über Gefühle noch gut erreichbar.“
Vertrauen schaffen
Was das bedeutet, wie die Kommunikation mit einem Demenzkranken gelingt, ist Thema des Vortrags „Das Herz wird nicht dement“ von Friedlinde Köhler. Sie will Angehörigen und Interessierten vermitteln, wie die Beziehung zu einem Betroffenen neu ausgerichtet und aufgebaut werden kann, so dass wieder Nähe, Vertrauen, Verständnis und Sicherheit im Umgang miteinander da sind. „Die Kontrolle durch den Kopf, die sachliche Ebene, wird immer schwerer, aber Gefühle präsenter und direkter“, so die Referentin der Demenzhilfe.
Für die Angehörigen liegt nach dem anfänglichen Schock nach der Diagnose die Herausforderung darin, sich auf diese neue Ebene und die veränderte Art des Umgangs miteinander einzulassen. Am Anfang stehe meist die Auflehnung gegen die Erkrankung, der Versuch, sie aufzuhalten. „Aber das geht ja nicht“, sagt Köhler. Was dann kommt, ist ein Prozess des Lernens und der Veränderung: Die Kommunikation orientiert sich nicht länger am logischen Denken, sondern an Emotionen.
In ihrem Vortrag am kommenden Dienstag, 6. Juni, in der Landesbibliothek Oldenburger am Pferdemarkt 15 von 16 bis 18 Uhr wird Friedlinde Köhler auch konkrete Tipps und Beispiele geben. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung zwar nicht erforderlich, aber erwünscht unter 0441/36143908 oder info@demenzhilfe.ol.de
Themen und Termine
Weitere Termine zum Thema Demenz:
19. September: Pflegestützpunkte und Hilfsangebote aus der Region stellen sich vor: Demenzstützpunkt Landkreis Ammerland (Nadine Schröder, Jennifer Poll), Senioren- und Pflegestützpunkt Wesermarsch (Ilse Lochau), Senioren- und Pflegestützpunkt Landkreis Oldenburg (Bettina Lakomiec), Senioren- und Pflegestützpunkt Stadt Oldenburg (Regina Schmidt), Ev. Seniorenhilfe Eversten/Bloherfelde e.V. (Petra Baumann), Seniorenbegleitung Oldenburg Süd (Claudia Oeljeschläger), 16 bis 18 Uhr, Landesbibliothek Oldenburg
21. September (Weltalzheimertag): „Pseudodemenz – wenn Krankheiten das Kleid der Demenz anziehen“. Eine Pseudodemenz liegt vor, wenn keine organisch bedingte Demenz die Ursache für die kognitiven Beeinträchtigungen ist. Der Verlust der kognitiven Fähigkeiten wird dabei durch andere organische oder psychische Störungen verursacht. Sogenannte Pseudodemenzen, wie bzw. durch Vitamin B12-Mangel, Depressionen oder Medikamente verursacht, entstehen häufig schleichend und unbemerkt. – Vortrag mit Dr. Thomas Brieden (Facharzt für Psychiatrie), 16 bis 18 Uhr, Ammerland Klinik, Lange Straße 38 in Westerstede.
14. September bis 12. Oktober: „Demenz – Deine Geschichte“ ist eine crossmediale Fotoausstellung mit Audiogeschichten zum Thema Demenz. Im Dialog mit der Journalistin und Moderatorin Carola Schede erzählen Oldenburger Persönlichkeiten einfühlsam über neue Wege und Betrachtungsweisen zum tieferen Verständnis der Demenz. Täglich von 10 bis 18 Uhr in der Jugendbibliothek am PFL (Foyer), Peterstraße 1, Oldenburg.
