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Seniorenzentrum Haarentor Alle 59 Bewohner ziehen nach Heim-Insolvenz gemeinsam in neue Zimmer

Der Neubau am Seniorenheim Friedas Frieden ist fast fertiggestellt.

Der Neubau am Seniorenheim Friedas Frieden ist fast fertiggestellt.

Friederike Liebscher

Oldenburg - Vor fünf Wochen hat die Diakonie im Oldenburger Land einen Insolvenzantrag für das Seniorenheim Haarentor am Schützenweg gestellt. Nun ist eine Lösung für die 59 Bewohnerinnen und Bewohner gefunden: Sie alle können in das neue Gebäude und Räumlichkeiten des Pflegeheims des Elisabethstifts und Friedas Frieden umziehen. „Das ist eine gute Lösung. Die Situation war für alle sehr belastend. Nun können die Bewohner zusammenbleiben und auch das vertraute Pflegepersonal wechselt mit ins neue Haus“, sagte Dr. Friedrich Ley, theologischer Vorstand der Diakonie. Als Termin für den Umzug ist die Woche nach Ostern angepeilt. Im Moment sind 65 Mitarbeiter im Pflegeheim beschäftigt.

Den Grund für die Entscheidung, das gemietete Gebäude am Schützenweg aufzugeben, erklärte Insolvenzverwalter Dr. Christian Kaufmann. „Die Immobilie ist in einem schwierigen Zustand und weist einen großen Sanierungsstau auf. Zuletzt funktionierten die Fahrstühle nicht mehr zuverlässig und die Heizung musste jeden Morgen neu gestartet werden.“ Es sei unter diesen Umständen nicht möglich, die Bewohner des Heims angemessen zu versorgen.

Insolvenzverwalter Dr. Christian Kaufmann und die Vorstände Dr. Friedrich Ley und Mario Behrends (von links)

Insolvenzverwalter Dr. Christian Kaufmann und die Vorstände Dr. Friedrich Ley und Mario Behrends (von links)

Gebäude gerade fertig

Möglich ist der Umzug in den Philosophenweg, weil der neue Anbau am Elisabethstift mit 45 Plätzen gerade fertiggestellt, aber noch nicht in Betrieb ist. Weitere Plätze stehen im Altbau der bestehenden Häuser zur Verfügung. Beide Heime werden, genau wie das Seniorenzentrum Haarentor, vom Diakonischen Werk der evangelisch-lutherischen Kirche in Oldenburg betrieben.

Vier Insolvenzen

Die Diakonie im Oldenburger Land musste in diesem Jahr für vier Einrichtungen ein Insolvenzverfahren eröffnen. Neben dem Seniorenzentrum Haarentor sind auch das Seniorenzentrum in Blexen (Landkreis Wesermarsch), die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn und das Unternehmen Diadema, unter dessen Dach hauswirtschaftliche Servicekräfte, Fachkräfte für Gebäudereinigung und das Catering gebündelt sind, betroffen.

Zumindest für das Seniorenheim Blexen und Diadema macht Christian Kaufmann vorsichtig Hoffnung. Es gebe bereits Ideen für eine Lösung, sagte er. Für die Klinik in Ahlhorn ist ein anderer Insolvenzverwalter zuständig.

Zu wenige Pflegeplätze?

Die Schließung des Standorts Haarentor als Seniorenheim reißt eine weitere Lücke in die Kapazität von Pflegeheimplätzen in Oldenburg. Die 45 Betten im Neubau des Elisabethstifts stehen nun für andere Senioren nicht mehr zur Verfügung. Ob am Standort Haarentor in Zukunft eine neue Einrichtung gebaut wird, hängt vom Investor Lintas ab, der das Gelände von der Diakonie gekauft hat. Schon im vergangenen Jahr musste wegen einer Insolvenz das Hansa-Pflegeheim am Küstenkanal schließen. Dort fielen 104 Pflegeplätze weg.

Friederike Liebscher
Friederike Liebscher Redaktion Oldenburg
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