Oldenburg - Die Krise bei der Diakonie im Oldenburger Land weitet sich aus. Die beiden Ex-Vorstände Uwe Kollmann und Thomas Feld wurden nach Informationen dieser Redaktion mit Hausverbot belegt. Eine Sprecherin des Wohlfahrtsverbandes dementierte entsprechende Informationen nicht. „Wir können aktuell dazu keine Stellung nehmen“, hieß es am Donnerstag ausweichend. Kollmann und Feld standen bis Ende des Jahres an der Spitze des Wohlfahrtsverbandes der ev.-luth. Kirche in Oldenburg und wurden am 6. Januar in einem feierlichen Rahmen verabschiedet. Wenige Tage später beantragte der neue Vorstand Insolvenz für mehrere diakonische Einrichtungen, unter anderem die Suchtklinik in Ahlhorn. Angesichts der Schieflage des Verbands beraten Vertreter von Kirche und Diakonie aktuell über eine strukturelle Neuaufstellung.
Die neuen Vorstände Mario Behrends und Friedrich Ley hatten Anfang Januar beteuert, vom Ausmaß der Probleme überrascht worden zu sein. Dem Vernehmen nach lagen den Nachfolgern jedoch schon im Vorjahr Zahlen und Fakten über wesentliche Sachverhalte vor. Nachfragen zu ihrem Informationsstand über die Schieflage des Verbandes vor und nach Amtsantritt ließen die Vorstände jedoch unbeantwortet. Die Lage habe sich zum Jahresende durch Jahressonderzahlung und Inflationsprämie verschärft, hieß es allgemein.
Derweil ist der Betrieb der Suchtklinik in Ahlhorn zumindest vorübergehend gesichert. Mit den Kostenträgern sei ein Überbrückungstagessatz vereinbart worden, der einen kostendeckenden Betrieb zumindest bis Ende des Jahres sichere, teilte die Diakonie mit.

