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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Dichterliebe erfüllt hellen Lambertus-Saal

12.05.2009

OLDENBURG Vom „wunderschönen Monat Mai“ erzählt Robert Schumann gleich am Anfang der „Dichterliebe“. Das passt bestens, denn der Mai dringt ohnehin in den Lambertus-Saal.

Die mächtigen neogotischen Spitzbogenfenster prägen das helle, freundliche Ambiente des neu entstandenen Saales. Auch akustisch hat der annähernd neun Meter hohe Saal in der Lamberti-Kirche, der nun von drei Sängern mit den drei bedeutenden Liederzyklen Schumanns klingend eingeweiht wurde, viel zu bieten. Auch feine Details sind da bis in die letzte Reihe zu vernehmen.

Dem Gesang Jan Kobows kommt dies entgegen. Eher introvertiert und dennoch hoch expressiv fühlt er sich in die Liebe-und-Schmerz-Thematik der „Dichterliebe“ op. 48 (nach Heine-Lyrik) hinein. Kobows Gestaltungen finden sich oft im Kleinen – etwa, wenn er mit der Varianz seiner locker fließenden Stimme und dem gezielt eingesetzten Vibrato in sehr feinen Farbnuancen auskoloriert. Der dynamische Ambitus, den Kobow dabei durchmisst, ist oft gedeckt, doch im Inneren sehr differenziert.

Eine ganz andere Stimme und ein ganz anderes Thema dann in „Frauenliebe und Leben“ op. 42 (Texte: Adelbert von Chamisso). Da hat Schumann ein auf der Geschlechterpolarität des 19. Jahrhunderts basierendes Weiblichkeitsideal vertont, das Frauen auf die Rollen als liebendes Mädchen, Gattin, Mutter reduziert.

Sopranistin Britta Stallmeister geht offensiv mit diesem Inhalt um. Oft füllt sie den Saal mit ihrer präsenten Stimme, fasst etwa das Schwärmen im „Herrlichsten von Allen“ in großen, leuchtenden Klang und deutet so das historische Frauenbild mit charismatischen Ausdrucksgegensätzen um.

Der „Liederkreis“ op. 39 nach Eichendorff mit dem Bariton Christian Immler stammt wie die beiden anderen Zyklen aus Schumanns Liederjahr 1840. Die poetisch vertonten Eichendorff-Lieder kleidet Immler in seinen im Grundton sehr sonoren, modulationsfähigen und offenen Stimmklang ein, entwickelt große dynamische Spannung und entwickelt nuanciert die starken Gegensätze und den vielfältig expressiven Gehalt dieser Lieder.

Lamberti-Kantor Tobias Götting, der die drei Sänger am Klavier begleitet, unterstützt sie einfühlsam und dynamisch jeweils angepasst. Die pianistisch oft anspruchsvollen Klaviersätze gestaltet Götting dabei immer wieder plastisch aus.

Mit der „Frühlingsnacht“ als letztem Eichendorff-Lied schließt dieses Schumann-Konzert ebenso passend zu Ambiente und Stimmung im Lambertus-Saal, wie es begonnen hatte.

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