Oldenburg - Musik verbindet Menschen, egal ob die Zeiten fröhlich oder schwierig sind. Eine Veranstaltung, die der lebende Beweis für diese Weisheit ist, ist die Musikwerkstatt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, die aktuell in Oldenburg läuft. Knapp 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 13 bis 31 Jahren beschäftigen sich dabei mit dem Thema „Oh Lord I got the Blues“.
Ein gutes Ventil
„Klimawandel, Pandemie, Inflation, Krieg – die Nachrichten, mit denen wir jeden Tag konfrontiert werden, sind oft schlecht. Das macht jeden irgendwann mal traurig. Deshalb haben wir uns entschieden, den Blues in den Mittelpunkt der aktuellen Musikwerkstatt zu stellen. Denn diese Musikrichtung hat ihren Ursprung in der Unterdrückung von Menschen und ist deshalb ein gutes Ventil, um mit einer schlechten Stimmung umzugehen“, sagt Karola Schmelz-Höpfner.
Das Abschluskonzert der Musikwerkstatt ist öffentlich und beginnt am 1. April um 19 Uhr in der Aula des Neuen Gymnasiums an der Alexanderstraße 90. Der Eintritt ist frei.
Zusätzlich gibt es einen öffentlichen Abschlussgottesdienst, der bereits am Freitag, 31. März, ab 18.30 Uhr, in der Jugendkirche in Delmenhorst gefeiert wird.
Die Musikwerkstatt wird unterstützt von der LzO Regionalstiftung, der Landesarbeitsgemeinschaft Rock Niedersachsen sowie der Initiative Jazz-Rock-Pop in der Kirche.
Zwischenmenschliches
Die Popkantorin der evangelischen Kirche gehört zum Organisationsteam der Veranstaltung, die vom 27. März bis 2. April im Neuen Gymnasium läuft. Dabei haben die Teilnehmer die Möglichkeit, sich in verschiedenen Workshops musikalisch auszuprobieren und auszutoben. Dabei dreht sich vieles, aber längst nicht alles, um das Thema Blues. Am Ende gibt es dann ein großes und öffentliches Abschlusskonzert, bei dem die Ergebnisse der Gruppen präsentiert werden sollen.
Das Konzert ist aber nur eines der Ziele der Musikwerkstatt. Denn neben der Musik geht es auch um das Zwischenmenschliche. „Hier entstehen Freundschaften, die lange halten, auch wenn man sich vielleicht nur einmal im Jahr sieht. Wer bei der Musikwerkstatt mitgemacht hat, kommt in den allermeisten Fällen wieder“, sagt Schmelz-Höpfner.
Ein Beispiel dafür ist Annika Bischof aus Jever. „Ich war 2004 zum ersten Mal dabei. Im Jahr darauf habe ich bei der Musikwerkstatt meinen heutigen Mann kennengelernt“, erinnert sich die 32-Jährige aus Jever. Durch die gemeinsame musikalische Leidenschaft und die Workshops sei es einfach, schnell neue Leute kennenzulernen und Spaß zu haben.
In der Gruppe spielen
Lola Städter ist zum ersten Mal Teilnehmerin. „Ich spiele Geige und habe normalerweise Einzelunterricht. Hier kann ich in einer Gruppe spielen, das gefällt mir super. Ich will im nächsten Jahr wieder mitmachen“, sagt die 14-jährige Oldenburgerin, bevor sie sich wieder auf den Weg in ihren Workshop macht, in dem gerade das Lied „Rhythm Is a Dancer“ geprobt wird.
Neben den Workshops gibt es am Abend noch eine Chorprobe, an der alle Personen teilnehmen. „Und danach läuft unser Musikcafé, bei dem gejamt werden kann. Das ist ein ganz besonderer Austausch, weil jeder sich ganz individuell einbringen und zeigen kann, was er oder sie sonst so musikalisch macht“, berichtet Schmelz-Höpfner weiter.
