Oldenburg - Zu der Situation an der Nadorster Straße hat auch „Die Nadorster Werbegemeinschaft“ eine klare Meinung. Auf Nachfrage äußerte sich ihr Vorsitzender Jürgen König (Willers) dazu. König sagt:

„Wir als Gewerbetreibende begrüßen es natürlich immer, wenn Geschäfte statt Wohnraum den Stadtteil beleben. Die bittere Realität sieht aber wohl so aus, dass die allgemeine Entwicklung und das Online-Shopping wohl andere Wege erfordern. Es ist leider festzustellen, dass weder die Verwaltung bzw. die Politik der Stadt Oldenburg in der Lage sind, eine zeitgemäße Entwicklung zu ermöglichen.

Es wird in zunehmendem Maße vieles getan, um es den Unternehmern noch schwerer und komplizierter zu machen. Seitens der Verwaltung werden Parkplätze gestrichen, Auflagen gemacht, die kaum einzuhalten sind und es wird mit einem völlig antiquierten und verbürokratisierten EEK (Einzelhandelsentwicklingskonzept) gearbeitet, dass für die ehemalige „Zukunftsstadt Oldenburg“ (wieder einmal) nichts Gutes erahnen lässt. Wünschenswert wäre eine enge Zusammenarbeit mit den ansässigen Betrieben, die die wirtschaftliche Lage gut einschätzen können sowie die Anhörung der Anwohner und Anwohnerinnen.

Wenn seit Längerem leer stehende Gewerbeflächen in Wohnraum umgewandelt würden, wäre das zeitgemäß, denn Tatsache ist, dass der stationäre Handel abnimmt und es immer schwieriger wird, Leerstände neu zu vermieten.

Es gibt keine Vision, keinen Plan und keinen Mut andere, neue Wege zu gehen. Das gilt ebenso für die Innenstadt. Hier müsste ein ganz neuer Stadtteil entstehen dürfen, mit einer bunten Mischung aus Wohnen, Shoppen, Flanieren, kleinen Restaurants, kleinen Handwerksbetrieben mit kleinen Werkstätten, Sehenswürdigkeiten und anderen urbanen Merkmalen der neuen Zeit.

Wie dem auch sei. Solange die Lage so ist, wie sie ist, nämlich verkopft, mutlos und überbürokratisch, bleibt nur: durchhalten, sich wie die Nadorster im Rahmen der Möglichkeiten zu engagieren, und zu hoffen, dass sich die (politische) Lage bessern wird.“

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg