Oldenburg - Sie sind klein, bunt und die Geschmäcker reichen von Kokos-Limette bis hin zu Himbeer-Vanille-Eiscreme: Was nach dem Süßigkeiten-Angebot vom Kiosk nebenan klingt, sind tatsächlich Beispiele für verschiedene Aromen von elektronischen Shishas oder E-Zigaretten.
Bei jungen Menschen sind vor allem die E-Shishas, die abgeleitet von „Vaporizer“ (Verdampfer) auch „Vapes“ genannt werden, beliebt: Die Social-Media-Plattform TikTok strotzt vor Videos mit tanzenden Jugendlichen – zwischendurch wird lässig an der E-Shisha gezogen und im Dampf des kleinen Geräts posiert.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt mittlerweile vor dem Konsum von E-Zigaretten und E-Shishas.
Wie gefährlich ist der Konsum ?
Als Argument für die elektronischen Dampfer wird oft angeführt, dass kein Teer verbrannt und inhaliert und es auch nikotinfreie Modelle gibt.
„Besser als normale Zigaretten sind sie auf jeden Fall. Das Glycerin, das verdampft, ist genau wie aus einer Nebelmaschine in einem Club und die Aromen könnte man theoretisch auch zum Backen nehmen“, sagt Evelyn Funk, Filialleiterin in einem E-Zigaretten-Shop in der Oldenburger Innenstadt.
Sie setzt auf's Dampfen statt Rauchen: Filialleiterin Evelyn Funk in einem Oldenburger E-Zigarettenshop
Alexandra MeierFunk sieht in den elektronischen Dampfern vor allem Potenzial als Übergangshilfe zur Tabakentwöhnung: In ihrem Laden bestehe der überwiegende Kundenstamm aus ehemaligen Rauchern, welche die elektronischen Modelle als Übergangshilfe zur Nikotinentwöhnung nutzen und mittlerweile weniger oder gar keine Tabak-Zigaretten mehr rauchen. „Der Vorteil der E-Zigaretten ist, dass der Nikotingehalt selbst dosiert und so stückweise reduziert werden kann“, sagt die Filialleiterin.
Verleiten E-Zigaretten zum Rauchen ?
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sieht hier besonders Kinder und Jugendliche gefährdet: Selbst ohne Nikotin könne der Konsum von E-Zigaretten und E-Shishas eine psychologische Einübung eines falschen Verhaltensmusters unterstützen – insbesondere wenn „gedampft“ wird, um Unsicherheiten zu überspielen.
E-Zigaretten und E-Shishas bestehen aus einer Batterie, einem Verdampfer, einem Behältnis für eine mit Aroma versetzte Flüssigkeit (Liquid) und einem Mundstück. Bei Aktivierung wird das Liquid durch elektrische Energie erhitzt und in Dampf umgewandelt, der dann eingeatmet wird. Das Liquid besteht aus einer Mischung aus Propylenglykol, pflanzlichem Glycerin und einem Aroma. Bei den meisten E-Zigaretten wird Nikotin in Form von Nikotinsalzen hinzugefügt.
Die E-Shisha ist eine Variante der E-Zigarette. Die E-Shisha ist meist auffälliger, farbenfroher gestaltet. Das Mundstück ist flacher geformt. Eine E-Shisha wird bereits durch das Ziehen am Mundstück aktiviert, bei E-Zigaretten wird meist eine Taste gedrückt. Der Großteil der E-Shishas ist nikotinfrei und sie produzieren mehr Dampf als E-Zigaretten. Die meisten E-Shishas sind bislang Einweg-Modelle. Bei den E-Zigaretten sind zahlreiche Mehrwegsysteme auf dem Markt.
Laut Jugendschutzgesetz ist der Kauf von E-Zigaretten und E-Shishas unter 18 Jahren verboten.
Auch Funk sieht den Verkauf an Minderjährige äußerst problematisch: „Da sind wir knallhart, unter 18 Jahren dürfen Jugendliche unseren Laden nicht einmal betreten“, so die 23-Jährige. Sie möchte damit auch an Kiosks und Tankstellen appellieren, sich ebenfalls stärker an das Jugendschutzgesetz zu halten.
Ist das Dampfen umweltfreundlicher? ?
Für die Filialleiterin ist auf jeden Fall klar: „Wenn schon gedampft wird, dann empfehle ich immer die Pod-Systeme.“ Das sind wiederaufladbare Modelle, die nicht wie die „Wegwerf-Vapes“ unnötigen Müll produzieren.
Oft werden diese auch nicht korrekt entsorgt – die „Vapes“ müssen wie Batterien an einer Rücknahmestelle, wie zum Beispiel in dem E-Zigarettenshop in der Oldenburger Achternstraße, abgegeben werden. Darüber hinaus würden die langlebigeren Modelle mit ihrem dezenteren Design – im Gegensatz zu den knallbunten Einweg-Vapes – auch eher ältere Zielgruppen ansprechen.
