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Elisabeth und Friedrich August Rosenkrieg im Hause Oldenburg

Unter den Porträts von Elisabeth und Friedrich August verschafften (von links) Ulf Goerges, Thomas Kossendey und Sylvia Meining den Zuschauern einen Einblick in die Oldenburger Geschichte und in eine „verunglückte Ehe“.

Unter den Porträts von Elisabeth und Friedrich August verschafften (von links) Ulf Goerges, Thomas Kossendey und Sylvia Meining den Zuschauern einen Einblick in die Oldenburger Geschichte und in eine „verunglückte Ehe“.

Martin Remmers

Oldenburg - Wenn Privates politisch wird, spätestens dann ist auch das öffentliche Interesse groß. Und das gilt nicht nur heute, wie die Kartennachfrage für das Stück „Elisabeth und Friedrich August – Eine verunglückte Ehe“ zeigte. Das galt auch schon zur Wende des 19. zum 20. Jahrhundert im Großherzogtum Oldenburg. Mehr als eine Liebesheirat war die Eheschließung von Großherzog Friedrich August mit Elisabeth von Mecklenburg nämlich ein Politikum, galt es doch vor allem, eine gebärfähige junge Prinzessin zu finden, die dem Haus Oldenburg ein Thronfolger schenkt.

Doch was als eine normale arrangierte Heirat begann, wuchs sich zu einem Rosenkrieg aus, der schließlich sogar den deutschen Kaiser zum Einschreiten nötigte und die Königin der Niederlande beschäftigte. Indiskretionen, Ehebruch, Freiheitsentzug, Nötigung, Verleumdung – die großherzogliche Verbindung hat den Stoff für mehr.

Akribische Arbeit

Thomas Kossendey, der selber als Erzähler durch das Stück führte, hatte in akribischer Arbeit unzählige Briefe und Dokumente in vielen Archiven gesucht, gefunden und ausgewertet. Entdecktes hat er zu einer Geschichte verarbeitet, die Ulf Goerges szenisch bearbeitet und zu einem feinen Kammerspiel gemacht hat. Aufgeführt wurde dieses im Elisabeth-Anna-Palais, dem für Friedrich Augusts erste Ehefrau gebauten Gebäude am Rande des Schlossgartens. Wo sich heute das Sozialgericht befindet, spielten sich zwischen 1896 und dem Tode Friedrich Augusts 1931 Teile eines Familiendramas ab.

Lebendige Geschichte

In einer kurzweiligen Geschichtsstunde ließen Sylvia Meining und Ulf Goerges vom Rasteder Theater Orlando verschiedene Charaktere der Zeit lebendig werden, neben den beiden Hauptfiguren auch Gesandte, Abgeordnete, Beamte, Ärzte und Verwandte. Unterschiedliche Kopfbedeckung erleichterten es dem Publikum den teils schnellen Wechseln und vielen Namen zu folgen. Ungewöhnlich offen hatten sich die großherzoglichen Streitenden in Briefen geäußert, politische Beamte gaben politische Einschätzungen hinzu. Vor allem Elisabeth beschrieb die Fesseln der Frau im goldenen Käfig, machte deutlich, unter welchem Druck sie stand, wie sie unter dem Entzug der eigenen Kinder litt. Aber auch Friedrich August trat – durch Protokolle und Briefe belegt – vehement für die aus seiner Sicht richtige Deutung der Vorfälle ein, die wohl in der engen Freundschaft der Großherzogin zum Schiffbauingenieur Johann Schütte ihren Ursprung hatte. Vorherige „Verfehlungen“ mit dem Hauslehrer und Vikar Kunze tat ihr Übriges. Fiktiv war an den Abenden fast nichts. Lediglich das Küchentischgespräch der bürgerlichen Oldenburger ist in dieser Form nicht belegt, wurde aber vermutlich in ähnlicher Form und mit vergleichbaren Inhalten Dutzende Male geführt.

Aufführungen in Rastede

Das Elisabeth-Anna-Palais war – nicht nur historisch bedingt – ein idealer Spielort. Der, so betonte es Gerichtsdirektor Wulf Sonnemann als Gastgeber ausdrücklich, öffentliche Ort zeichnete sich auch durch eine gute Akustik aus. Wer bei den ersten drei Aufführungen nicht in den Genuss gekommen ist, eine der begehrten Karten zu erlangen, sollte sich den Spätherbst vormerken: Am 30. November sowie am 7. und 14. Dezember wird das Stück erneut gezeigt – dann im Rasteder Palais. Kartenbestellungen sind telefonisch unter Tel. 04402/598820 möglich. Lang anhaltender Applaus und viele Glückwünsche bei der Premiere sind Beleg, dass sich ein Besuch lohnt.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)
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