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Werner Brinker zur Energiekrise Ex-EWE-Chef sieht keinen Grund zur Panik im Winter

Wie warm darf es zu Hause noch sein? In diesem Winter stellen sich viele Oldenburger diese Frage.

Wie warm darf es zu Hause noch sein? In diesem Winter stellen sich viele Oldenburger diese Frage.

dpa

Oldenburg - Werner Brinker reagiert gelassen, wenn man ihn auf den kommenden Winter anspricht. Der frühere Vorstandsvorsitzende der EWE (1998 bis 2015) ist der Überzeugung, dass Deutschland mit seinen gefüllten Gasspeichern den Entwicklungen in Richtung LNG gut vorbereitet ist auf die kalte Jahreszeit. Zumal er sicher ist, dass es weiterhin viel Einsparpotenzial gibt.

Zur Zeit der Ölkrise Anfang der 1980er-Jahre, als er bereits beim Oldenburger Energieversorger arbeitete, habe man 30 Prozent Energie einsparen können, erinnert er sich im Gespräch mit unserer Redaktion. Nach dem Ende der Krise seien davon durch Investitionen in die Effizienz zehn Prozent übrig geblieben. Wer heute bereits mit hohen Abschlägen seines Versorgers konfrontiert sei, der habe eine hohe Motivation, etwa die Raumtemperatur herunterzudrehen. „Wer noch laufende Festverträge mit niedrigen Preisen hat, dem fehlen natürlich die Anreize“, meint der 70-Jährige.

Energie-Experten

Da es zu diesem Thema aktuell viele offene Fragen gibt und zahlreiche Fachbegriffe und Mechanismen aus der Energiebranche plötzlich eine wichtige Rolle spielen, hat die Universitätsgesellschaft Oldenburg (UGO), deren Vorsitzender Brinker ist, für kommenden Dienstag, 25. Oktober, zu einer bereits ausgebuchten Podiumsdiskussion in die Alte Fleiwa eingeladen. Mit dabei sind Klaus-Dieter Maubach, (Vorstandsvorsitzender Uniper), Sebastian Jurczyk (Vorsitzender Stadtwerke Münster), Swen Orlowski (Vorsitzender EWE Trading) und Herrmann Schüller (Geschäftsführer Semco Glas).

Mit ihnen will Brinker als Moderator unter anderem die Hintergründe und Entwicklung der Erdgasbeschaffung aus Russland beleuchten. „Solche Auslandsgeschäfte macht man nicht ohne politische Rückendeckung“, so der 70-Jährige. Die Ursprünge lägen in den Ostverträgen in der Zeit von Bundeskanzler Willy Brandt und Egon Bahr (beide SPD).

„Gratwanderung“

Von da an sei auch die Infrastruktur lange gewachsen und Russland sei über Jahrzehnte zuverlässig gewesen, erklärt er die starken Verflechtungen auf dem Energiesektor. Die Alternative auszumachen, war indes laut Brinker schon immer leichter gesagt als getan. „Wie politisch sicher sind etwa Katar, Algerien, Nigeria oder die USA unter Trump?“ Zumal inzwischen auch ökologische, soziale und ethische Kriterien zu beachten seien, weshalb die Entscheider mitunter beide Augen zudrücken müssten. „Das ist eine ungeheure Gratwanderung für alle politische Parteien.“

Umrahmt von Live-Musik, wird es am Dienstag auch um Marktmechanismen, Preisentwicklung und den Energiehandel gehen. Dass dabei der Chef des inzwischen wohl jedem bekannten Gashändlers Uniper Rede und Antwort steht, hat eine besondere Note. Brinker sitzt seit 2020 im Aufsichtsrat des Unternehmens. „Es ging nicht anders“, sagt Brinker über die geplante Verstaatlichung. Bei einer Insolvenz hätte niemand das Wissen gehabt, um das laufende Geschäft sofort übernehmen zu können. Dass der Staat ein Interesse daran hat, langfristig in die Branche einzusteigen, glaubt er nicht. Vielmehr sei ein Verkauf wahrscheinlich, sobald sich die Lage wieder beruhigt hat. Womöglich behalte Deutschland einen Anteil, so wie das Land Niedersachsen bei Volkswagen.

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Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)
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