Oldenburg - 18 Grad, 16 Grad, 12 Grad: Wer bietet weniger? Die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg empfiehlt ihren Kirchengemeinden, im Winter das Heizen von Kirchen drastisch zu reduzieren oder sogar darauf zu verzichten. Dazu hat der Oberkirchenrat Handlungsempfehlungen als Hilfestellung entwickelt. Diese Redaktion hat in Oldenburger Gemeinden – auch in katholischen – nachgefragt, wie sie Energie und damit Kosten einsparen wollen.
Ein Ratschlag gilt für alle, die die Kirchen besuchen: Man sollte sich warm anziehen. Unter der Woche werden die Temperaturen sogar noch mehr gesenkt. Wichtig bleibt es dabei, das Raumklima so zu halten, dass nicht zu viel Luftfeuchtigkeit entsteht. Denn dann könnte es zu Schimmelbildung kommen und die Orgeln könnten leiden. Auf LED-Leuchtmittel wurde und wird in den Gemeinden umgestellt.
Gemeinde Oldenburg
Von „sehr schwierigen Abwägungen zwischen Menschen, Klima, Raum und Orgeln, um die wir sehr gerungen haben“, spricht Dr. Kerstin Ebel, Co-Vorsitzende des Gemeindekirchenrats der Ev.-luth. Kirchengemeinde Oldenburg (Auferstehungskirche, Christuskirche, Garnisonkirche, St.-Lamberti-Kirche und Martin-Luther-Kirche). Die Temperaturen in den Kirchen wurden laut Ebel deutlich auf 12 bis 16 Grad abgesenkt. In einigen der fünf Kirchen werden Decken bereit gehalten. „Wir verzichten komplett auf die dekorative Bestrahlung unserer Kirchen (außer an Feiertagen) und beleuchten nur die sicherheitsrelevanten Wege.“
Osternburg
Die Kirchengemeinde Osternburg umfasst sechs Pfarrbezirke, hat zwei Kirchen und vier Gemeindezentren. Pastorin Anne Jaborg erklärt: „Die Heizungssysteme und energetischen Bedingungen in der großen Kirchengemeinde Osternburg sind diffizil. Alle miteinander handhaben wir die Herausforderungen folgendermaßen: In jeder unserer Gottesdienststätten und Gemeindehäuser reduzieren wir seit November den Energieverbrauch. Wir messen Verbrauch und Luftfeuchtigkeit. Wir sammeln unsere Erfahrungen mit dem Energiesparen und reagieren flexibel. Zu Weihnachten werden die Gottesdienststätten so warm sein, dass die Menschen – wie gewohnt – in ,Hut und Mantel’ die Gottesdienste fröhlich mitfeiern können.“
Gesamt Eversten
Die selbstständigen Kirchengemeinden St. Ansgar, Bloherfelde und Nikolai bilden die Gesamtkirchengemeinde Eversten. „Es wird kälter, aber wir haben Decken“, hat Dörte Kramer, Pastorin in St. Ansgar, schon im Gemeindebrief vermeldet. „Bis Ende Dezember 18 Grad beim Gottesdienst und unter der Woche 11 Grad“, beschreibt sie die Temperaturen. Ab Januar will man sie auf 15 bis 16 Grad bzw. 8 Grad senken. Moderat auf 18 Grad ist laut Pastorin Karin Kaschlun die moderne Bloherfelder Kirche mit ihre Fußbodenheizung erwärmt. „Im Gemeindehaus haben wir einige Räume gesperrt und bitten die Gruppen, sich auf die Räume im oberen Teil zu beschränken; dort werden die Räume bei Bedarf auch auf 18 Grad geheizt.“
Ohmstede
Die Kirchengemeinde Ohmstede hat laut Pastor Christoph Fasse seit Anfang Dezember die Heizungsanlage im Gemeindehaus Kranbergstraße und in der Versöhnungskirche so abgesenkt, dass alle Gruppen-Aktivitäten in das Gemeindehaus an der Butjadinger Straße verlegt werden mussten. „Die Ohmsteder Kirche wird nach den Weihnachtsgottesdiensten nicht mehr beheizt. Es wird natürlich dafür gesorgt, dass weder Frost- noch Feuchtigkeitsschäden entstehen. Ich gehe davon aus, dass die Temperatur nicht unter 12 Grad sinken wird. Es stehen Decken für die Kirchenbesucher zur Verfügung.“
Ofenerdiek
Für die Kirchengemeinde Ofenerdiek antwortet Pastorin Aliet Jürgens: „Wir haben in den vergangenen Wochen schon die Temperatur in der Kirche gedrosselt und werden mit Beginn des neuen Jahres abwechselnd in der Kirche – 14 Grad und Wolldecke – und im Gemeindehaus sein.
Das Gemeindehaus am Langenweg soll möglichst nicht mehr genutzt werden, da das alte Bauernhaus natürlich besonders viel Energie braucht. Das gilt allerdings nicht für das Kirchenbüro, das sich dort befindet. Im Dietrich-Bonhoeffer-Haus soll die Heizung in den Räumen nicht mehr so hoch gedreht werden.“
Kath. Gemeinden
14 Grad herrschen bei den Gottesdiensten laut Pfarrer Michael Bohne in der katholischen St.-Marien-Kirche und sonst 9 bis 10 Grad. Pfarrer Christoph Sibbel berichtet von 16 Grad an den Sonntagen in den Kirchen St. Josef und St. Michael. Die Kirchen St. Willehad, St. Stephanus und Heilig Geist werden nach Angabe von Pfarrer Johannes Arntz für Gottesdienste nur noch auf 13 Grad beheizt und sonst auf 8 Grad.
