Oldenburg - Bis zum Jahr 2050 soll 80 Prozent der Energie in Deutschland aus erneuerbaren Energien (Wind, Wasser, Sonne), Biomassekraftwerke) erzeugt werden. Im Jahr 2014 waren es 28 Prozent – ein ehrgeiziges Ziel also. Der Energieverteiler EWE Netz speist in Oldenburg schon heute 96 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen ein.
Wie das? Kommunalbetreuer Ralf von Dzwonkowski, Geschäftsfeld Energienetze Netzregion Oldenburg/Varel, erläuterte auf Antrag der CDU-Fraktion im Umweltausschuss die Energiegewinnung und deren Nutzung. Von 2012 bis 2019 wuchs die Zahl der Energieanlagen im Stadtgebiet von 970 auf 1483 – davon 1465 Solar-, 13 Biomasse-, vier Windenergieanlagen und ein Wasserkraftwerk. Zusammen brachten sie es auf eine Leitung von 54 317 Kilowatt im Jahr 2019. (37 694 Solar, 12 200 Wind, 3723 Biomasse, 700 Wasserkraft).
Eingespeist wurden im vergangenen Jahr 62 980 Megawattstunden gegenüber 29 336 im Jahr 2012. Die Masse (32 449) kam aus Solaranlagen nur 1567 trug das Wasserkraftwerk am Achterdiek bei. Der tatsächliche Verbrauch in Oldenburg betrug 638 748 Megawattstunden. Also stammten knapp zehn Prozent aus erneuerbaren Energien, die in der Stadt erzeugt wurden.
Vergleiche: Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht pro Jahr 3500 bis 4000 Kilowattstunden (3,5 bis 4 Megawattstunde). Kohlekraftwerke haben eine Leistung von 100 bis 1000 Megawatt. Das Kernkraftwerk Brokdorf leistet knapp 1500 Megawatt, ein großes im Meer stehendes Windrad schafft zwölf Megawatt, die kleineren Windkrafträder an Land drei bis sechs Megawatt.
Der Verbrauch in Oldenburg ging übrigens von 713 000 Megawattstunden im Jahr 2012 auf 638 748 im Jahr 2019 zurück – und das trotz eines stetigen Bevölkerungswachstums. Dzwonkowski: „Das sind rund 75 Millionen Kilowattstunden weniger und entspricht dem Verbrauch einer 20 000-Einwohner-Stadt. Die Oldenburger gehen verantwortungsvoller mit dem Energieverbrauch um und es gibt viele technische Einsparmöglichkeiten.“
Über die Stadt verteilt gibt es rund 600 grüne Ortsnetztrafos, die laut Dzwonkowski längst nicht ausgelastet sind. Es könnte also viel mehr in Oldenburg erzeugter Strom eingespeist werden.
