Oldenburg - Vor dem Bad streicht Künstler Volker Kuhnert seine Skulptur „Windwärts“ nach, graublau und brombeer, ein paar Meter weiter rutschen Fenja, Max und Ruben jubelnd wasserwärts. Arme hoch und Dreifachplatsch. Perfekte Ferienstimmung im Olantis. Das geht schon den ganzen Sommer so. Selbst bei Wolken. „In der vorletzten Woche, als das Wetter gar nicht so gut war, kamen über 1500 Gäste täglich“, sagt Bäderbetriebsleiter Timo Ukena. Doppelt so viele wie sonst. Das Bad hilft also auch gegen wetterbedingte Ferienverzweiflung. Stärkster Tag war aber ein 33-Grad-Sonnabend Anfang August: 3900 Gäste hatten ihren Spaß. Die Sommersaison wird wohl mit einer 50-prozentigen Steigerung zu Ende gehen.
Montags bis freitags sind es „zu 80 Prozent Oldenburger“, schätzt Ukena, am Wochenende kommen sie „von Bremen über Friesoythe und Cloppenburg bis Emden und Aurich, auch aus Holland“.
„Innen“, sagt Ukena, „kommt der neu gestaltete Eltern-Kind-Bereich rund um den Bauwagen bestens an, und die drei Rutschen und der Strömungskanal.“ Die Attraktion der Saunaanlage mit ihren acht Saunen, Saunameistern und Themenabenden ist – neben Frauentag (montags), Mondlicht-Sauna und Baby-Kursen – die Himalaya-Sole-Sauna mit ihrem Ultraschall-Vernebler. „So etwas gibt es erst wieder in der Soltau-Therme“, sagt Ukena. Noch weiter muss man fahren für ein Flussbad mit eigenem Wasserkreislauf im Flussbett. „Das gibt’s in ganz Deutschland nicht“, sagt Montserrat Costa Romero, Assistentin der Geschäftsführung.
Freude macht der Badleitung die Nachfrage nach traditionellen chinesischen Massagen, aber auch anderen Anwendungen: Muschelmassage, hawaiianische Tempelmassage, Ayurveda, Hamam, Wannenbäder – von Schoko bis Cleopatra. Bei den Sportwelt-Kursen wurden Indoor-Cycling und „Fitness an Schlingen“ hinzugenommen. Für alle Fragen gibt’s jetzt einen Extra-Schalter. Das Restaurant hat sich anders aufgestellt. Und die Geburtstags-Pakete wurden neu geschnürt.
An diesem Tag: 23 Grad, blauer Himmel, entspannte Heiterkeit. 33 Judoka aus ganz Niedersachsen, alle 8 bis 12 Jahre alt, stehen an der Kasse. Das Bad füllt sich. Die Olantis-Mitarbeiter Remo Klose und Jadzia Bünger passen draußen auf. Jadzia sagt: „Mein Favorit ist die Mühlenhunte mit dem Sandstrand und dem weichen Wasser. Hier ist meine Mutter früher auch schon geschwommen. Den Kindern geht’s genauso. Die sehen das Piratenschiff, und dann fühlt sich das Wasser gar nicht mehr kalt an.“ 18,7 Grad sind es zurzeit im Flussbad, 25,5 im Schwimmerbecken außen, 28 Grad im „Schwimmer“ innen, 32 bis 33 Grad im Lehrschwimmbecken und bei den Kleinsten. Ein Vater sagt: „Wir gehen im Sommer immer zuerst nach draußen ins Wasser und dann erst nach drinnen, andersrum fällt’s schwerer.“
Michael Schmidt ist mit Florian und Luka (beide 9) aus Bremen gekommen. Er sagt: „Die Anlage ist toll, auch dass man so leicht rein und raus kann.“ Wioleta und Peter Blumenberg schwören mit ihren Kindern Adrien (10) und Isabelle (5) auf das Olantis. „Wir kommen aus Delmenhorst. Das ist sehr, sehr schön hier zum Erholen und ein echtes Kinderparadies“, sagt Wioleta Blumenberg.
Zwischendurch beantwortet Remo Klose Fragen zu Schließfächern, Schwimmabzeichen, Wassertemperatur, Bahnlänge und Klos, sein Blick schweift pausenlos über alle Becken, der 22-Jährige klebt Pflaster, tröstet, hilft. Am Ende seines Arbeitstages schrubbt er noch das Bad. Der guten Laune tut das keinen Abbruch. Danica Herglotz überreicht ihm eine extragroße Tafel Merci. „Wir wollen uns einfach mal bedanken“, sagt sie. „Er hat gestern unserer fünf Jahre alten Tochter Ronja auf so nette Weise den Freischwimmer abgenommen und dabei sogar noch mitgefiebert, das fanden wir toll. Die Mitarbeiter hier geben sich so viel Mühe.“ Auch Ronjas Oma ist begeistert. Manuela Herglotz sagt: „Wir sind unheimlich gerne hier, fast jede Woche, auch die Trainer in den Kursen sind nett, dann die Rutschen für die Kinder, die Saunen, die Gastronomie, für uns ist das Olantis ein zweites Zuhause geworden.“
