Der Wahlausgang war mit Spannung erwartet worden – eine faustdicke Überraschung bietet das Ergebnis nicht. Der als Ratsherr, Landtagsabgeordneter und Parteichef bekannte Jürgen Krogmann liegt wie erwartet vorn. Viele wollen offenbar am ehesten dem Polit-Profi Verantwortung für Stadtverwaltung und Stadt übertragen.

Christoph Baak hat sein Ziel erreicht. Krogmann zu schlagen, schien selbst seinen Anhängern unrealistisch. Jetzt ist der „Verlegenheitskandidat der CDU“, wie Baak spitzzüngig bei den Linken genannt wurde, in der Stichwahl – und Marion Rieken weg. Besser hätte es für die CDU nicht laufen können.

Platz drei für die Kandidatin der Grünen ist das Ergebnis, das am meisten überrascht. In Riekens Team hatten einige die differenziert argumentierende Bewerberin ganz vorn gesehen. Selbst wer diesen Optimismus nicht geteilt hatte, war zumindest von Riekens Einzug in die Stichwahl überzeugt. Offenbar haben die Grünen die vielen Stimmen in der Wählerschaft, die mit der bedächtigen Seiteneinsteigerin gar rein nichts anfangen können, überhört.

Heinrich Kreuzwieser hat einen nennenswerten Stimmenanteil und ist damit für die Stichwahl mitverantwortlich. Sein Plan, mehr Bürger für die Wahl zu motivieren, ging – gemessen an der Beteiligung – aber nicht auf.

So sehr Baak heute mit stolzgeschwellter Brust nach Hause geht: Der nächste Wahlgang ist kein Spaziergang. Zwar hofft CDU-Chef Klaukien weiter auf eine schwarz-grüne Allianz „Krogmann verhindern“. Doch dass die entsteht, ist schwer vorstellbar. Da sind zum einen unübersehbare Differenzen zwischen beiden Lagern und den handelnden Personen. Zum anderen hat offenbar der Landesvorstand der Grünen bereits die Direktive ausgegeben, kein Bündnis zu billigen, das der Hannoveraner Farbenlehre widerspricht. Auch in der CDU kämpft Baak mit Skepsis. In bürgerlichen Kreisen schätzen viele Krogmanns politische Erfahrung.

Doch die CDU denkt an den Überraschungssieg 2006. Warum nicht 2014 wieder? Krogmann hat fast doppelt so viele Stimmen wie Baak und damit einen satten Vorsprung. Aber Baak tritt an als einer, der nichts zu verlieren hat.