Oldenburg - Befürworter eines neuen städtischen Stadions, in dem der VfB Oldenburg seine Spiele austragen kann, müssen sich noch etwas gedulden: Der erste Schritt in Richtung eines Grundsatzbeschlusses für einen Neubau ist noch nicht getan. Im für diesen Punkt kombinierten Wirtschaftsförder- und Finanzausschuss am Mittwochabend stand die entsprechende Vorlage der Stadtverwaltung zum ersten Mal offiziell zur Abstimmung. Dazu kam es jedoch nicht.
Die SPD verwies auf die noch laufende Diskussion innerhalb der Fraktion und beantragte daher, den Beschlussvorschlag der Stadt ohne Votum als behandelt gelten zu lassen. Dies ist ein übliches Verfahren, wenn eine Fraktion noch Beratungsbedarf hat. Der Vorschlag geht dann weiter durch die Ausschüsse. Am kommenden Dienstag wolle man die eigene Position festlegen, hieß es von SPD-Ratsherr Jens Freymuth. Wie berichtet, zeichnet sich allerdings eine Mehrheit pro Stadion ab.
„Keine Standortdebatte“
Die CDU hatte auf ihrem Parteitag im vergangenen Jahr bereits von den Mitgliedern den Wunsch vernommen, die Stadionpläne fortzuführen. Man werde sich dann bis Oktober die konkreten Zahlen anschauen, so Fraktionsvorsitzender Christoph Baak. „Eine Standortdiskussion werden wir allerdings nicht mehr aufmachen.“ Benno Schulz (Gruppe FDP/Volt), Andreas Paul (AfD) und Jonas Christopher Höpken (Linke) kündigten ebenfalls Unterstützung für den Grundsatzbeschluss an.
Die Grünen hatten sich am Montag im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung Rückendeckung für die Ablehnung des städtischen Vorschlags geholt. Sie lehnen den Bau eines rein von der Stadt finanzierten Stadions ab. Vorstellen könnten sie sich allenfalls einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent der Kosten, wie in der Sportförderrichtlinie vorgesehen – unter der Voraussetzung, dass Bau und Betrieb weitgehend klimaneutral möglich sind. Zudem lehnen sie für die Planung eine Realisierungsgesellschaft ab.
Weitere Ausschüsse
Die Beschlussvorlage der Verwaltung wird in den kommenden Wochen öffentlich im Sportausschuss, im Bauausschuss und im Verwaltungsausschuss diskutiert. Am 27. Februar soll sie dann dem Rat vorgelegt werden. Der Grundsatzbeschluss bedeutet noch nicht, dass das Stadion tatsächlich gebaut wird. Die Stadt will auf der Grundlage allerdings die konkrete Planung in Angriff nehmen. Ziel ist es auch, dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ein Signal zu geben, dass sich in Oldenburg etwas in der Stadionfrage tut. So erhofft man sich, dass der VfB Oldenburg im Falle des Klassenerhalts in der 3. Liga weiterhin eine Ausnahmegenehmigung erhält, um bis zur Fertigstellung eines möglichen Neubaus die Heimspiele weiter am Marschweg austragen zu können.
