Oldenburg - Die Bücher liegen kreuz und quer auf dem Tisch verteilt, die Laptops surren leise vor sich hin. Antonia Carls (22) und Rabea Meyer (22) sitzen gemeinsam in der Bibliothek und schreiben gerade ihre Abschlussarbeiten. Die beiden Lehramtsstudentinnen trafen sich vor drei Jahren, gleich in der ersten Woche ihres Studiums. Wie für die meisten Erstsemester war der Studienbeginn auch für sie recht chaotisch, aber mittlerweile ist der Universitätsalltag ein Kinderspiel. Das ist sicherlich auch der Orientierungswoche zu verdanken.

Zwölf Tipps für einen gelungenen Studienbeginn

Drei Monate dauerten die Vorbereitungen, um das Programm für die Orientierungswoche (5. bis 9. Oktober) festzulegen. Alle Angebote und Termine landen jedes Jahr bei Studienberaterin Margrit Ladenthin auf dem Schreibtisch. Daraus bastelt sie ein Infoheft für die Erstsemester, damit diese auch keine ihrer Einstiegsveranstaltungen verpassen. Mittlerweile kann nicht mehr auf die Orientierungswoche verzichtet werden: „Wir haben viel mehr Neuzugänge als früher. Das muss heute alles organisiert sein.“

Startschuss für die Erstsemester ist die Begrüßungsfeier am Montag, 5. Oktober. Im Anschluss daran können sich die Studenten auf dem Info-Markt im Hörsaalzentrum umsehen. Nach diesem ersten Eindruck gibt es die ganze Woche über ein volles Programm.

In der Orientierungswoche stehen die einzelnen Fachvorstellungen ganz oben auf dem Plan: Hier erfahren Erstsemester alles über die Organisation ihres Studiums. Was sind die ersten Vorlesungen und Seminare? Wie funktioniert das Sammeln von Kreditpunkten? Wie kann eine Prüfung aussehen? Außerdem sehen die Studenten gleich, mit wem sie die nächsten drei Jahre verbringen werden.

Um die Neu-Studenten mit der Informationsflut jedoch nicht abzuschrecken, bieten die verschiedenen Fachschaften zahlreiche Angebote rund um das Unileben und das Entdecken der Stadt an. Die Rallyes über das Campusgelände, gemeinsames Frühstück oder Kneipenabende in der Innenstadt lassen die Studenten näher zusammenrücken. Auch Charlyn Völker (23) war froh, dass es die Orientierungswoche gab: „Bei der Campusrallye haben wir uns untereinander kennengelernt.“ Mit der neuen Truppe ging es dann zur Mediziner-Party, und auch die Erstsemester-Party im Mensafoyer wurde nicht ausgelassen. „Zu meiner damaligen Gruppe habe ich heute noch Kontakt“, sagt sie. Die junge Studentin ist vor einem Jahr aus Cuxhaven hergezogen, und Oldenburg gefällt ihr richtig gut: „Ich habe mich schnell in der Stadt eingelebt. Sie ist überschaubar und man weiß gleich, wo die wichtigsten Anlaufstationen sind.“

Taylor Vaughn (23) aus Florida hat an der Universität Freunde aus den Niederlanden, Österreich, USA, aber natürlich auch aus Deutschland gefunden. Bei der internationalen Orientierungswoche lernte sie die Studenten beim „International Dinner“ kennen. Ihre Kommilitonin Jasmin Caspary (23) ist von der Universität Köln nach Oldenburg gekommen: „Oldenburg ist viel schöner. Das Beste an der Stadt sind die vielen Fahrradwege.“ Besonders toll findet sie das Campusleben: „Bibliothek, Sporthalle und Mensa liegen direkt beieinander, und die gesamte Universität ist sehr familiär.“ Deshalb könne man hier auch leicht Freundschaften schließen: „Wenn man ein bisschen offen ist, findet man auf jeden Fall Anschluss.“

Studenten, die im Nachrückverfahren angenommen werden, verpassen leicht die gesamte Orientierungswoche. So war es bei Christian Zegar (23) aus Brake: „Ich war froh, dass ich hier schon einige Freunde hatte. Doch auch in Gruppenarbeiten und über meine Bekannten habe ich neue Leute kennengelernt.“