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Vorschläge des Ernährungsrats in Oldenburg Wenn aus Köttbullar Plantbullar wird

Bloherfelde - Mit der richtigen Ernährung das Weltklima retten? Klingt abwegig, ist es aber nicht, betonten Judith Busch und Christoph Gerhard vom Ernährungsrat Oldenburg, die auf Antrag der Grünen in die Sitzung des Umweltausschusses gekommen waren. Dort stellten sie vor, was auf kommunaler Ebene beim Thema Ernährung zur Klimaverbesserung beigetragen werden kann.

Viele Treibhausgase

Denn 25 Prozent aller Treibhausgase entstehen im Zusammenhang mit der Ernährung der Menschen, sagte Judith Busch. Viehhaltung, Transport, Lagerung, für den Nahrungsmittelanbau genutzte Landflächen oder die Brandrodung seien Faktoren, die gravierende negative Auswirkung auf das Klima hätten. Gegensteuern könne man beispielsweise, wenn man regional erzeugte Produkte kaufe und auf den Fleischkonsum verzichte oder ihn zumindest einschränke.

Themen seien für den Ernährungsrat ferner die „Essbare Stadt“ oder Kistenbeete, in denen an einigen Schulen sowie der Gemeinwesenarbeit Bloherfelde Gemüse angebaut würden. Durch die Begrünung von privaten und öffentlichen Flächen mit Nutzpflanzen sollen Lebensmittel wahrnehmbarer gemacht und die Wertschätzung für regionale Erzeugnisse gesteigert werden.

Lebensmittel aus Region

Weiteres Beispiel ist die Regio-Challenge: Sieben Tage lang darf man nur essen und trinken, was vollständig in einer Entfernung von maximal 50 Kilometer um den Heimatort herum entstanden ist. Es dürfen dabei aber zwei Joker benannt werden, also zwei Lebensmittel, die es regional nicht gibt und auf die man auf keinen Fall verzichten möchte – zum Beispiel Schokolade oder Kaffee.

Oder das Kochen fürs Klima: Der Ernährungsrat organisiert eine regelmäßige Veranstaltungsreihe, bei der gemeinsam gekocht und über Lebensmittel gesprochen wird. Die nachhaltige Ernährung werde in den Fokus gerückt.

Austausch der Ideen

Oldenburg

Landwirtschaft erleben ist ein weiterer Bestandteil im Angebot des Ernährungsrates, bei dem gemeinsam mit dem ADFC die Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte besucht werden. Darunter auch Schweinezüchter, die Massentierhaltung betreiben. Überraschend sei gewesen, so Busch, dass die Züchter durchaus bereit seien, ihre Tiere artgerechter zu halten, wenn die Verbraucher die teureren Produkte dann auch kaufen würden.

„Pflück mich“ heißt eine Aktion, die Grundstücksbesitzer und freiwillige Pflücker zusammenbringt. Auf der Plattform können Gartenbesitzer ihre Früchte zum Pflücken und Verschenken anbieten und sich im Gegenzug bei der Ernte helfen lassen.

Rat am Zug

Nun sei der Rat am Zug, eine Strategie für ein Ernährungskonzept zu verabschieden. Oldenburg könne eine Vorreiterrolle einnehmen. Beispielsweise könne die Stadt dazu verpflichtet werden, in ihren Gemeinschaftsverpflegungen (Kindergärten oder Schulen) nur noch Fleisch anzubieten, das aus biologisch einwandfreier Produktion stamme. Die gesunde ökologische Ernährung sei im Bewusstsein der Menschen angekommen, sagte Busch zum Schluss. Beispiel: Ikea bietet in seinem Restaurant „Plantbullar“ aus Erbsenproteinbällchen an – als Alternative zu „Köttbullar“ aus Hackfleisch.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg
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