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Oldenburger Bernd Schiphorst wird 80 Ex-Hertha-Präsident ist sich auch für Ein-Euro-Job nicht zu schade

Horst Hollmann
Bernd Schiphorst, zu der Zeit noch Aufsichtsratsvorsitzender von Hertha BSC, bei einer Ausstellungseröffnung. Bis heute hat er Verbindungen in seine Geburtsstadt Oldenburg.

Bernd Schiphorst, zu der Zeit noch Aufsichtsratsvorsitzender von Hertha BSC, bei einer Ausstellungseröffnung. Bis heute hat er Verbindungen in seine Geburtsstadt Oldenburg.

dpa/Stache

Oldenburg/Hamburg - Mit einiger Regelmäßigkeit kam Bernd Schiphorst ab 1962 um halb zehn durch die Oldenburger Herbartstraße geradelt. „Moin Jungs“, erzählte er den angehenden Abiturienten der damaligen Hindenburgschule in der großen Pause, „erst mal fahre ich gemütlich in die Stadt zum Frühstücken und dann zum Dienst in der Zeitung.“ Das wirkte wie ein paradiesischer Zustand auf Schüler, die vor acht auf der Matte stehen mussten.

Nun ja, was der Dienst dann wirklich und vor allem das weitere Leben fordern würden, lag noch weit weg. Schiphorst jedenfalls schaut zum einen zufrieden auf sein Lebenswerk zurück, wenn er an diesem Sonntag 80 Jahre alt wird. Der in Oldenburg geborene, in Hamburg lebende und vorwiegend in Berlin wirkende große deutsche Medienmanager wird sich aber auch sein Staunen darüber bewahrt haben, wie beglückend sich alles ineinander gefügt hat. Begutachtet wird das sehr privat in Familie: „Wir feiern zu Hause im engsten Kreis.“ Von seiner Seite sind das zwei Söhne und vier Enkel.

Privatfernsehen

Ab 1979 hatte Schiphorst 20 Jahre in führenden Positionen bei der Bertelsmann AG gewirkt. Eine seiner nachhaltigsten Taten: Ab 1984 nahm er eine Schlüsselrolle beim Aufbau privater Fernseh- und Rundfunksender ein. Den ersten privaten TV-Vertrag mit der Bundesliga und dem Tennisturnier in Wimbledon schloss er 1988 ab.

Die Grundlagen, die er als Volontär der Nordwest-Zeitung nach dem Abitur am Alten Gymnasium von 1962 bis 1994 erwarb, müssen solide gewesen sein.

„Es waren zwei tolle und intensive Jahre“, ordnet er heute diese Zeit ein. Sein Charakter als „Macher“ und „Beweger“, der zwar zielstrebig vorging, aber selten zuerst fragte: „Was hab‘ ich davon, was krieg‘ ich dafür?“, offenbarte sich damals schon. „In der Sportredaktion habe ich freiwillig keinen Sonntagsdienst ausgelassen“, erinnert „Schippi“ sich.

Er führte die Ergebnis-Kolonnen, „sehr zur Freude der Chefs Hans Peters und Friedrich Hoffbauer“. Die Listen wurden dann vor dem Pressehaus in der Peterstraße im oft belagerten Glaskasten neben den neuesten Ereignissen aus Politik, Kultur und Stadtgeschehen präsentiert. Noch im Abiturjahr war er zudem Abteilungsleiter Basketball im OTB und Gründer einer Stadtliga gewesen.

Bei Hertha BSC

Trotz elf Jahren Vorsitz in der Hamburger Ufa Film- und Fernsehgesellschaft wurde Berlin zur Stadt, die Schiphorst magisch anzog. Hertha BSC, in der 2. Fußball-Bundesliga lange auf einem Nebengleis rumpelnd und sogar 2:0 vom VfB Oldenburg besiegt, „ließ mich irgendwie nicht mehr los“. Ab 2000 führte er den Wieder-Bundesligisten als Präsident, von 2008 bis 2022 gestaltet er die Geschicke als Vorsitzender des Aufsichtsrates mit. Netzwerke mit Persönlichkeiten, die es nach Berlin zieht, hält er heute noch funktionstüchtig. Als „der Regierende Bürgermeister 2000 nachfragte, ob ich mich als Medienbeauftragter für Berlin/Brandenburg einbringen könne, konnte ich nicht Nein sagen“. Jahresgehalt: Ein Euro…

Die Verbindungen in seine erste Heimat sind nie abgerissen, schon allein wegen seiner Schwester in Friesoythe. Der Oldenburger Fußball sah sich unterstützt, vom „Freundeskreis des VfB in Berlin“. Basketball hat er sowieso im Blick: „Das ist große Klasse, was da in Oldenburg abläuft!“

Wer weiß, ob Schiphorsts einstige Radtouren durch die Herbartstraße nicht auch Nebenwirkungen hatten. Immerhin sind einige Abiturienten von 1963/64 auch Journalisten geworden.

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