Oldenburg - Diesmal wollte man bewusst alles richtig machen bei der Stadt: Es gab eine externe Moderatorin, eine Präsentation auf großer Leinwand und Planzeichnungen für Einzelgespräche. Nur das Mikrofon im Technischen Rathaus an der Alten Fleiwa wollte nicht so ganz mitspielen. Dennoch: Die Infoveranstaltung am Dienstagabend mit rund 70 Anwohnern des Quellenwegs (und diversen Ratsvertretern) verlief weit konstruktiver als das letzte Treffen an (und auf) der Straße selbst.
Hintergrund ist weiterhin die Einrichtung der von Grün-Rot angestoßenen Fahrradstraße. Um die dafür vorgesehen Fahrbahnbreiten von vier Metern und zusätzlichen Schutzstreifen neben parkenden Autos zu gewährleisten, sind in den meisten Bereichen der Straße Halteverbote erlassen worden. Zuletzt hatte die Verwaltung mitgeteilt, dass Raum für 38 Stellplatz am Straßenrand bleiben würde (nachdem zunächst ein komplettes Halteverbot im Raum stand). Zu wenige, sagt ein Teil der Anwohner. Völlig ausreichend (oder sogar gar nicht nötig), meinen andere.
Mehr Stellplätze
Die Verwaltung hat nun noch einmal auf die Kritik aus der Straße reagiert. Ein Problem war, dass für den 480 Meter langen Bereich zwischen Kleestraße und Uhlhornsweg bislang nur ein Stellplatz identifiziert wurde. Der vorgeschlagene Lösungsansatz bringt baulichen Aufwand mit sich: Die in diesem Bereich offenen Gräben könnten an einigen Stellen verrohrt und dann mit Stellplätze überbaut werden (Umsetzung im Idealfall im Herbst). Möglicherweise sind teilweise daneben noch Mini-Gräben möglich. Zum Ausgleich und mit Blick auf die schwierige Entwässerungssituation am Quellenweg würde man dann weiter westlich Gräben öffnen.
Insgesamt 43 Stellplätze hat die Verwaltung nun identifiziert: elf zwischen Hartenscher Damm und Kleestraße, zehn zwischen Kleestraße und Uhlhornsweg, zwölf zwischen Uhlhornsweg und Haarenfeld (ursprünglich waren es hier 16) sowie zehn zwischen Haarenfeld und Bloherfelder Straße. Die Karte der Stadt zeigte noch einige weiße Flecken, die zu späterem Zeitpunkt noch auf ihre Eignung als Stellplatz geprüft werden könnten.
Lob und Kritik
Die Bewertung dieses Kompromissvorschlags hing von der Perspektive ab. Es gab jedenfalls viel Lob für die Umsetzung der Fahrradstraße. Das Fahrradfahren sei ein Genuss, es sei insgesamt ruhiger geworden in der Straße, die Lebensqualität habe sich verbessert. Ein Anwohner des östlichen Straßenabschnitts berichtete dagegen von schneller fahrendem Abkürzungsverkehr (weil die parkenden Autos als Hindernisse fehlen).
Andere sprachen die Parkprobleme auf engen Hintergrundstücken an, wenn zum Beispiel Besuch oder der Pflegedienst kommt. Vorher habe das Miteinander von Fahrrädern und Autos besser funktioniert, so eine Aussage. Andere sahen gerade das Miteinander als Lösung für Härtefälle: Nämlich in der Absprache zwischen Hausgemeinschaften und Nachbarn, wenn es mal mit dem Parken eng wird.
Amtsleiter Norbert Korallus (Klimaschutz und Mobilität) warb indes für Geduld: „Geben Sie der Fahrradstraße eine Chance. In wenigen Wochen hat sich das eingespielt.“
