Oldenburg - Interessante Spielverlagerung: Kurz vor der Sportausschuss-Sitzung zum Thema Marschwegstadion am Mittwoch ist die „Initiative Nordweststadion“ mit einer Internetseite an die Öffentlichkeit gegangen, die für den Neubau einer Fußballarena an der vorderen Maastrichter Straße wirbt. Dahinter verbergen sich David Albrecht, Jost Glaeseker und weitere Aktive aus dem Umfeld der Oldenburger Faninitiative (OFI).
„Investitionen ins Marschwegstadion sind weder vernünftig noch perspektivisch sinnvoll“, sagt Albrecht. Es werde lediglich der Zeitpunkt, an dem das Ende der wettbewerbsfähigen Nutzbarkeit am Marschweg erreicht ist, nach hinten verschoben – und das mit Mitteln, die nach Meinung der „Initiative Nordweststadion“ an einem anderen Standort effektiver eingesetzt wären.
Für einen geeigneten Standort hält die Initiative das Areal zwischen der Großen EWE-Arena und dem Neubau der BBS 3. Zusammen mit den Spielstätten der EWE Baskets und der VfL-Handballerinnen schwebt David Albrecht ein „Oldenburger Sportbogen“ vor. Die Initiative hat ermittelt, dass ausreichend Fläche für ein Stadion mit einer Kapazität von 15 000 Plätzen vorhanden wäre. Über entsprechendes Know-how verfügt Jost Glaeseker, der beruflich an der Planung des EM-Stadions in Danzig beteiligt war.
Die „Initiative Nordweststadion“ betont, dass sie nicht für den VfB Oldenburg spricht. Gleichwohl zeigt sich der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Frank Willers, von den Überlegungen angetan: „Der Standort in Bahnhofsnähe wäre ideal, bietet Parkflächen und würde sich in Nachbarschaft zur Weser-Ems-Halle auch für andere Events eignen“, betont Willers. Für den VfB sei aber entscheidend, dass es die Perspektive für ein drittligataugliches Stadion gebe – „egal, ob am Marschweg oder irgendwo anders“.
Die „Initiative Nordweststadion“ hat sich am Mittwoch per E-Mail an alle Ratsfraktionen und die Mitglieder des Sportausschusses gewandt. Dort erhielt David Albrecht am Nachmittag die Möglichkeit, die Initiative kurz vorzustellen.
Die Verwaltung hatte dem Ausschuss drei Beschlussvorschläge zur Wahl gestellt. In Sachen Marschwegstadion lautet der weitreichendste, in diesem Jahr 400 000 Euro für die Planung bereitzustellen, um 2015 vor allem die Flutlichtanlage zu bauen, 2016 die Rasenfläche zu sanieren und 2017 die Stehtribünen zu ersetzen. Die Kosten für letzteren Posten kalkuliert die Verwaltung mit maximal acht Millionen Euro (inklusive Überdachung). Ein alternativer Beschlussvorschlag sieht vor, zunächst einen Stadion-Neubau an einem geeigneten Standort zu prüfen.
Empfohlen wurde am Mittwoch jedoch nichts. Man war sich einig, die Entscheidung dem Rat am 26. Mai zu überlassen. Margrit Conty (SPD) erklärte, ihre Fraktion habe noch Beratungsbedarf. Für die Grünen kündigte Stephan Friebel an, dass sie die Beschlussvorschläge ablehnen werden: „Wir werden nicht prophylaktisch Millionen bewegen für ein Drittliga-Stadion ohne Drittliga-Verein.“
