Fliegerhorst - Die Schüler, die diese Schule besuchen sollen, sind zum Großteil noch nicht einmal geboren. Fest steht aber: Es wird für den neuen Stadtteil Fliegerhorst eine Schule benötigt – anderenorts ist für sie kein Platz. Den Beschluss für den Neubau hat der Rat im November 2019 gefasst.

Doch wie soll an dieser Schule gelernt werden? Jetzt sei es an der Zeit, die Weichen zu stellen, möglichst mit einem breiten Beteiligungsprozess, meinte Grünen-Ratsfrau Andrea Hufeland im Schulausschuss. „Die Chance eine neue Schule zu bauen, kommt nicht so oft.“ Ihre Fraktion hatte daher beantragt, in einer der nächsten Sitzungen über die Modellprojekte der Montag Stiftung zu informieren. Die engagiert sich nach eigener Aussage „für eine chancengerechte Alltagswelt, die Kindern und Jugendlichen bestmögliche Entwicklungs- und Bildungschancen eröffnet“.

Mit einer solchen Festlegung wollten sich die anderen Fraktionen und die Verwaltung allerdings nicht anfreunden. Sie sprachen sich für eine offene Diskussion und die Einbeziehung auch anderer aus. „Ende des Jahres“, so die mehrheitliche Meinung im Ausschuss, will man sich des Themas erneut annehmen.

Man habe auch noch Zeit, betonte Matthias Welp, Leiter des Amtes für Schule und Bildung, angesichts eines geplanten Starttermins zum Schuljahr 2026/27. Auch sei fraglich, ob es die Montag Stiftung brauche. „Die Grundfragestellung, was eine moderne Schule braucht, ist bekannt.“

Für den Neubau einer zweizügigen Grundschule rechnet die Stadt derzeit mit einem Investitionsvolumen von circa 7,1 Millionen Euro für den Bau (ohne Grundstück). Im November hatte die Stadt noch 6,4 Millionen veranschlagt. Rund 500 000 Euro kommen für die Ausstattung hinzu. Die spätere Erweiterung um einen dritten Zug würde noch einmal 2,4 Millionen Euro kosten, eine eigene Sporthalle weitere 2,5 Millionen Euro.

Auch wenn noch keine abschließende Prognose der Schülerzahlentwicklung vorliegt, geht die Stadt von „bis zu 50 pro Einschulungsjahr“ aus. Bezogen werden soll der neue Standort aber erst, wenn die volle Zügigkeit erreicht ist. Die jetzigen Kinder im neuen Stadtteil werden bis dahin an der Grundschule Dietrichsfeld eingeschult. Ab 2023/24 reicht dort der Platz aber nicht mehr aus. Die neue Schule soll dann zunächst in mobilen Klassenräumen aufwachsen – entweder an der Grundschule Dietrichsfeld oder Alexandersfeld.

Die neue Schule bedeutet auch Änderungen für die Kinder aus der zu Oldenburg gehörenden „Flughafensiedlung“ in Brokhausen. Derzeit besuchen sie die Grundschule Ofen (Gemeinde Bad Zwischenahn), ab Schulstart dann die neue. Baudezernent Dr. Sven Uhrhan betont in einer Pressemitteilung: „Durch die Erschließung des neuen Stadtteils wird es möglich, die historische Trennung der Flughafensiedlung vom übrigen Stadtgebiet zu überwinden. Das ist schon eine große Chance für die Stadt Oldenburg, die aber natürlich behutsam umzusetzen ist.“

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)