Oldenburg - Im sehr grauen Winter hätte es auch ohne Abendspiel des VfB Oldenburg sehr nützlich sein können: Das Flutlicht, das trotz laufender Stadionneubau-Debatte am Marschweg installiert werden soll. Das Geld dafür ist schon lange freigegeben, die nötigen Masten liegen bereits unweit des Spielfelds bereit. Nur: Von der Beleuchtung ist weiterhin nichts zu sehen.
Ursprünglich sollten die Arbeiten bis zum 30. November vergangenen Jahres abgeschlossen sein. Doch es kam zu Verzögerungen, weil die mit der Installation beauftragte belgische Firma Claesen Lighting mit dem Einreichen einer prüffähigen Statik in Verzug geraten war, teilte die Stadt im Dezember mit. Damals gab es noch die Hoffnung, zum Rückrundenauftakt gegen Weiche Flensburg das Marschwegstadion erleuchten zu können. Daraus wurde bekanntlich nichts. Immerhin: Der VfB holte sich mit einem 2:0-Sieg trotzdem drei Punkte.
Statik fehlt
Wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage nun mitteilt, ist das Problem des vergangenen Jahres auch 2024 noch aktuell. „Die belgische Firma, die im Ausschreibungsverfahren den Zuschlag erhalten hatte, hat nach wie vor keine prüffähige Statik vorgelegt“, heißt es von Sprecher Stephan Onnen. Dies sei aber unabdingbar für die Erteilung einer Baugenehmigung. Die Belgier hätten nun ein Ingenieurbüro aus Kiel hinzugezogen. Die Verwaltung sieht indes keine andere Möglichkeit, als weiter zu warten. „Das Nichteinhalten des vereinbarten Fertigstellungsdatums – 30. November 2023 – zieht eine Vertragsstrafe nach sich. Ansonsten sind uns die Hände gebunden.“
Doch selbst, wenn sich diese Bremse löst, kann das Projekt noch nicht abgeschlossen werden, wie Onnen weiterhin mitteilt. Denn noch nicht geliefert sei ein bereits im Dezember 2022 bestellter Trafo, der die Stromversorgung sicherstellen soll. „Nach wie vor kann uns kein Lieferdatum genannt werden – ebenfalls ärgerlich, aber von uns nicht beeinflussbar.“
Modernisierung
Das Flutlicht war von der Stadtverwaltung im Zuge der Modernisierung des Marschwegstadions in Auftrag gegeben worden. Diese hatte der Rat im November vergangenen Jahres beschlossen und dafür 3,85 Millionen Euro bereitgestellt. Die Modernisierung sei auch im Falle eines positiven Beschlusses für den Bau eines Stadions neben den Weser-Ems-Hallen nötig, hieß es damals mehrheitlich. Erneuert wurden bereits die Sitzplätze. Der Neubau eines Technikgebäudes unter der Haupttribüne sowie die Erweiterung der Sprecherkabine und der Sicherheitszentrale für die Polizei sind ebenfalls abgeschlossen. Zudem wurden eine Videoüberwachungsanlage und eine Stadionbeleuchtung installiert und die Akustikanlage erneuert.
