Oldenburg - Sie treffen sich in Bonn, Bamberg, Hannover, Hildesheim und vielen weiteren Städten. Sie demonstrieren für Frieden und „friedlichem Widerstand“. Und sie rufen dort, wo sie sich versammeln, Gegenreaktionen hervor.
So auch in Oldenburg: Zum dritten Mal trafen sich am Montagabend mehrere Dutzend Teilnehmer einer Friedensmahnwache auf dem Rathausplatz. Die Polizei, die mit sieben Beamten im Einsatz war, schätzt die Teilnehmerzahl auf 50 bis 70. Die Gruppe jüngerer und älterer Menschen hatte sich zum Diskutieren auf dem Straßenpflaster niedergelassen. Es ging um Krieg, Medienfreiheit und andere Themen.
Einer der Teilnehmer beklagte: „Toleranz fehlt mittlerweile bei vielen Leuten. Das ist ein Problem.“ Ein anderer äußerte Sorge vor Krieg und meinte, Deutschland solle sich aus dem Konflikt zwischen der Ukraine und Russland fernhalten.
Als einer der Organisatoren gilt Gilbert Oltmanns. Er ist Mitglied der Piratenpartei, die allerdings nicht Ideengeber der Friedensmahnwache sei, wie Oltmanns betonte: „Ich war einige Male bei einer Mahnwache in Bremen und kam so auf die Idee, die Aktion nach Oldenburg zu bringen.“ Eine Gruppe von etwa 20 Mitgliedern organisiere die wöchentlichen Treffen in Oldenburg. Offen bleibt, wer hinter der Initiative steht und welche Ziele sie genau verfolgt. Die Veranstaltungen werden über Facebook geplant. Viele der Diskussionen auf dem Rathausplatz gehen in dem sozialen Netzwerk weiter.
Dass es nicht nur um Frieden gehe, behaupteten etwa 20 Gegendemonstranten, die sich am Montagabend zu einem stillen Protest in Nähe der Friedensmahnwache versammelt hatten. Sie sind nach Einschätzung der Polizei der linken Szene zuzuordnen. In einem „offenen Brief“, den sie an Passanten verteilten, warfen sie der „Friedensmahnwache“ vor, Verschwörungstheorien zu verbreiten.
Die Linksjugend – der den Linken nahestehende Jugendverband – kritisiert die Friedensmahnwachen in einer Pressemitteilung als „rechtsoffen“. Nach Einschätzung der Polizei verlief die Veranstaltung ohne Zwischenfälle.
Die Montagsdemo soll weiterhin jede Woche stattfinden.
