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Profifußball in Oldenburg Jetzt kümmert sich eine Gesellschaft um die Stadionplanung

Der Nebel lichtet sich immer mehr: Mit der Gründung einer Stadionplanungsgesellschaft wird weiter am Bau eines Fußballstadions an der Maastrichter Straße nahe der EWE-Arena gearbeitet.

Der Nebel lichtet sich immer mehr: Mit der Gründung einer Stadionplanungsgesellschaft wird weiter am Bau eines Fußballstadions an der Maastrichter Straße nahe der EWE-Arena gearbeitet.

Torsten von Reeken

Oldenburg - Der Oldenburger Stadtrat hat einen weiteren Schritt in der Vorbereitung eines möglichen Stadionbaus an der Maastrichter Straße gemacht: Mehrheitlich – gegen die Stimmen der Grünen und Andreas Sander (Piratenpartei) – hat er am Montagabend die Gründung einer Stadionplanungsgesellschaft mbH beschlossen. Die einhundertprozentige Tochter der Stadt Oldenburg soll bis Herbst die wesentlichen Vorarbeiten leisten, die dem Rat dann als Entscheidungsgrundlage für oder gegen einen Stadionneubau dienen sollen. Sie ist für die planerischen und kaufmännischen Maßnahmen zuständig ebenso wie für die Weiterentwicklung der bisherigen Funktionalplanung, Maßnahmen zur Klimaneutralität sowie ein kreatives Nutzungs- und Betriebskonzept. Auch steht eine Aktualisierung der Investitionskalkulation sowie die darauf basierenden Wirtschaftlichkeitsberechnungen an.

Für und Wider

Am Sinn einer solchen Gesellschaft schieden sich auch in der Diskussion noch einmal die Geister. Das Thema Stadionbau sei mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden, so Bernhard Ellberg (SPD). Diese Arbeit müsse nun nicht zusätzlich die Fachausschüsse belasten. Der Rat werde nicht beschränkt, vielmehr delegiere das Gremium die Entscheidungen nur auf einzelne Mitglieder. Das bedeute eine hohe Flexibilität und kurze Entscheidungswege.

Vertreter des Rates

Die Ratsfraktionen haben folgende Personen als Mitglieder der Gesellschafterversammlung der Stadionplanungsgesellschaft benannt: 

Grüne: Tim Harms, Gabriel Oliver Rohde, Ruth Regina Drügemöller, Ingrid Kruse.

SPD: Nicole Piechotta, Bernhard Ellberg, Christina Bernhardt.

CDU: Christoph Baak, Hans-Georg Heß.

Die Linke: Hans-Henning Adler.

FDP/Volt: Jens Lükermann.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) ist von Amts wegen Mitglied der Gesellschafterversammlung.

Ratsherr Sander kritisierte die für ein halbes Jahr gegründete Gesellschaft indes als „völlig unnötige Spielerei“. Er meinte, die Planungsvergabe könne die Stadtverwaltung auch selber übernehmen – und das angesichts des Vorlaufs der Gesellschaftsgründung auch noch schneller. Auch Ruth Regina Drügemöller (Grüne) kritisierte die Gründung als „überflüssig“, das die Gesellschaft vor Ende Mai nicht rechtsfähig sein werde. Die Übernahme der Arbeiten durch die Verwaltung wäre ehrlicher gewesen, meinte sie. „Wir werden trotzdem Mitglieder in die Gesellschafterversammlung entsenden und die Arbeit kritisch begleiten“, meinte die Grünen-Ratsfrau. Hans-Henning Adler (Die Linke) sieht eine Gesellschafterversammlung als „schlagkräftiger“ an. Diese könne Entscheidungen treffen, Fachausschüsse hingegen könnten nur Beschlüsse für den Rat vorbereiten.

„Der Zeitfaktor gebietet es, dass die Gesellschafterversammlung häufiger tagt“, forderte Christoph Baak (CDU) schon vor der Gründung und regte „informelle Treffen“ der Mitglieder an. Zugleich betonte er, dass „Sorgfalt vor Schnelligkeit“ gehen müsse – auch wenn das bedeute, dass es vielleicht erst im Dezember einen Ratsbeschluss gebe. Der Zeitplan sieht bisher vor, dass sich der Rat in seiner Oktober-Sitzung endgültig mit dem Bau eines für den Profifußball geeigneten Stadions an der Maastrichter Straße befasst.

Warnung vor Klage

Zuvor war in der Einwohnerfragestunde nach dem Risiko eines Klageverfahrens gefragt worden, da durch die Gründung der Stadionplanungsgesellschaft möglicherweise eine öffentliche europaweite Ausschreibung umgangen werden solle. Planungsleistungen über einem Wert von 215 000 Euro müssen europaweit ausgeschrieben werden. Die Gründung der Stadionplanungsgesellschaft verfolge ausdrücklich nicht das Ziel, geltende Vergaberichtlinien zu umgehen, betonte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) dazu. „Alle vergaberechtlichen Anforderungen werden zu 100 Prozent eingehalten.“ Und: „Das Risiko eines Klageverfahrens wird nicht gesehen.“

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)
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